Welche Folgen hat das Sparpaket für Illnau-Effretikon?
Steigende Schulden, grosse Investitionen
Der Stadtrat von Illnau-Effretikon hat ein Sparpaket beschlossen. Wen trifft es am meisten und wie will man solche Sparübungen künftig vermeiden? Wir haben nachgefragt.
Illnau-Effretikon muss und wird sparen. So viel ist seit Montag klar, nachdem der Stadtrat das Budget 2026 und ein umfassendes Sparpaket vorgestellt hatte. Dank einer langen Liste an Massnahmen soll sich die finanzielle Situation der Stadt wieder verbessern. Doch welche Konsequenzen hat das Sparpaket für die Menschen in Illnau-Effretikon? Wir haben beim Stadtrat Philipp Wespi (FDP) nachgefragt.
Herr Wespi, die Liste ist lang. 100 Sparmassnahmen haben Sie mit dem Sparpaket angekündigt. Welche davon trifft die Bevölkerung am meisten?
Philipp Wespi (FDP), Finanzvorsteher Illnau-Effretikon: Dem Stadtrat war es wichtig, dass die beschlossenen Massnahmen nicht zu einschneidend sind. Wir wollten umsetzbare Lösungen, weshalb wir uns für viele kleinere Einsparungen und nicht für eine einzige grosse Massnahme entschieden haben. Wo die Menschen also die einzelnen Sparmassnahmen spüren werden, hängt davon ab, welche staatlichen Leistungen sie konsumieren.
Das letzte Sparpaket der Stadt liegt gut acht Jahre zurück. Die SP kritisierte zuletzt, dass damals beschlossene Massnahmen nicht mehr aufgehoben wurden, obwohl sich die finanzielle Lage zwischenzeitlich verbesserte. Wie sieht es bei diesem Sparpaket aus?
Einige der getroffenen Massnahmen könnten wieder aufgelöst werden. Ich gehe aber davon aus, dass viele Einsparungen sinnvoll sind und diese auch vom Parlament gestützt werden. Nächstes Jahr werden wir zudem einen Bericht erstellen und die Massnahmen auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen.
Innerhalb der letzten beiden Jahre stiegen die Ausgaben um jeweils 10 Millionen Franken an. Wie verhindern Sie einen erneuten – so markanten – Anstieg?
Diese grossen Kostensprünge konnten wir nicht Jahre voraussehen. Denn die Kostentreiber sind in den Bereichen Bildung und Gesellschaft zu finden. Um ein Beispiel zu nennen: Die Ausgaben für die Sonderschulung gelten als gebundene Ausgaben, weshalb man dort keine Einsparungen machen kann. Auf starke Anstiege der Ausgaben können wir also erst reagieren, wenn uns die Zahlen für das kommende Jahr vorliegen.
Trotz Sparpaket steigen die langfristigen Schulden bis Ende 2026 auf 95 Millionen Franken an. Wie bekommt die Stadt diese steigende Verschuldung in den Griff?
Schulden kann man bremsen oder reduzieren, wenn man weniger investiert. Auch dieses Ziel verfolgt der Stadtrat mit dem Sparpaket. Zudem wollen wir mehrere nicht strategische Liegenschaften verkaufen und die jährlichen Ausgaben reduzieren.
Sie sprechen Gebäude wie das Landihaus, das alte Gemeindehaus und die ehemalige Kistenfabrik in Illnau an. Die Menschen nimmt es sicher wunder, was mit diesen Liegenschaften geschieht.
Der Stadtrat will diese Immobilien möglichst ohne Auflagen verkaufen. Dafür braucht es aber auch die Zustimmung des Parlaments. Weil die meisten Gebäude aber unter Denkmalschutz stehen, dürfen sie ohnehin nicht abgerissen werden. Ob die Liegenschaften also für Wohnungen oder andere Zwecke genutzt werden, ist unklar und hängt von der Entscheidung des Käufers ab.