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Weihnachtszeit

Wie uns Weihnachten näher zu den Engeln bringt

Engelfiguren sind in der Adventszeit überall zu sehen. Doch woher kommen Engel ursprünglich und wieso glauben wir eigentlich an sie?

Wie uns Weihnachten näher zu den Engeln bringt

Verlagsbeilage «Weihnachtszeit 2023»

Wieso glauben wir eigentlich an Engel, und wie sieht deren Verbindung zu Weihnachten aus? Diesen Fragen sind wir nachgegangen und haben das «Seraphim – Haus der Engel» in Uster besucht, das uns tief in die Welt der Engel eintauchen liess.

Ihren Ursprung haben Engel in der biblischen Geschichte, in welcher sie an Weihnachten über die Geburt von Jesus jubilieren oder an Ostern die frohe Botschaft seiner Auferstehung überbringen. Für viele Menschen gehören Engel auch unabhängig davon zur Adventszeit. Obschon ihre Form in der Bibel nicht genau beschrieben wird, wurden Engel mit der Zeit immer menschlicher dargestellt.

Ihre Darstellungsformen entwickelten sich in den letzten Jahrtausenden immer weiter. Vom Undefinierbaren und Unfassbaren über Männer mit einem Botenstab in der Hand bis zu Frauen mit grossen und Kindern mit kleinen Flügeln. In dieser Varietät sind sie heute an Weihnachten als Guetsli, Christbaumschmuck oder künstlerisch gestaltete Dekorationsobjekte weltweit verbreitet. Im «Haus der Engel» in Uster kann man eine Vielfalt davon entdecken.

Der Glaube an das Gute

Das «Seraphim – Haus der Engel» ist ein Ort, an dem Engel in klassischen Ausführungen angeboten werden: Engelfiguren für das Haus, den Balkon und den Garten oder auch Engelbilder, -karten, -bücher oder -decken. Eine besondere Welt, die zum Eintauchen einlädt.

«Entstanden ist dieses Projekt aufgrund der grossen Verbindung zu Engeln unserer Geschäftsführerin», erzählt Jörg Hirschi, Mitarbeiter im Engelhaus. «Sie entdeckte vor vielen Jahrzehnten in den USA einen speziellen Engelladen. Als sie wieder zu Hause war, hörte sie eine innere Stimme sagen, dass sie einen solchen Laden gründen solle, obwohl sie keine Geschäftsfrau ist», so Hirschi.

Das Foto zeigt das Haus der Engel von aussen.
Das Haus der Engel befindet sich an der Zentralstrasse in Uster. Direkt unterhalb der Burg und der reformierten Kirche.

Das Interesse an Engeln und der Glaube an sie sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Weshalb, erklärt sich Hirschi so: «Die Welt und damit die Werte der Menschen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Unter anderem sind schlimme Dinge passiert. Sie haben vielen Personen den Glauben an das Gute und so auch an Engel und Gott genommen.»

Engelskinder und ihre Bedeutung

Noch gebe es Menschen, die eine tiefe Verbindung zu Engeln spürten. Die meisten von ihnen haben Erfahrungen in Form von Hilfe, Führung oder Belehrung gemacht. Einige gelangen, laut Hirschi, durch einen persönlichen Schicksalsschlag zur Erkenntnis der Engel.

Vor ungefähr 500 Jahren seien dann die Engelsfiguren in Form von kleinen, nackten Kindern mit kleinen Flügeln entstanden. «Vor vielen hunderten Jahren war die Kindersterblichkeit auf der Welt enorm gross», erklärt Hirschi weiter, «und für die Mütter war das natürlich ein tragisches Leid, weshalb die Kirche die verstorbenen Kinder als Engelskinder bezeichnete.» Engelskinder, die mit ihren Flügeln im Himmel umherfliegen, alles sehen und immer da sind – eine versöhnliche Vorstellung.

Figuren aus der ganzen Welt

Jeder Gast im Engelladen in Uster trage seine ganz eigene Engelsgeschichte mit sich. Die meisten seien auf der Suche nach etwas, das sie sich vielleicht noch nicht erklären könnten, weil sie einst in einer Situation etwas Engelähnliches gespürt oder gar gesehen hätte. Sie lassen sich von den Figuren inspirieren, beruhigen oder leiten.

Und wo ginge das besser als in diesem kleinen Laden, in dem die unterschiedlichsten Engelformen zu Hause sind. Sie alle wurden gemäss Hirschi aus Keramik, Kunstharz, Marmor oder Holz hergestellt. Einige maschinell, andere von Hand. «Alle unsere Engelsfiguren haben wir persönlich ausgesucht. Wir kennen die Künstler und reisen an Ausstellungen weltweit», erzählt er.

Hirten, die dem Engel folgten

Auch im Judentum oder im Islam überbringen Engel den Propheten Botschaften von Gott. Im Christentum werden sie vor allem zur Weihnachtszeit vielen wieder bewusst gemacht. Denn ohne Engel gäbe es keine Weihnachtsgeschichte, die während dieser Zeit in vielen Familien vorgelesen wird: «Nachts auf dem Feld lagern Hirten und wachen über ihre Herde. Plötzlich erscheint ein Engel, was die Hirten erst in fürchterliche Angst versetzt.

Der Engel aber beruhigt sie. Er will eine gute Nachricht überbringen: Soeben wurde in einem Stall in der Nähe ein besonderes Kind geboren – ein Retter. Die Hirten machen sich gleich auf den Weg und finden tatsächlich den Stall und ein Kind, das dort in einer Krippe liegt.» So lautet diese etwa.

Wenn dabei dann ein paar kleine Engel an einem sanften Faden am Weihnachtsbaum oder am Fenster hängen und leckere Weihnachtsguetsli serviert werden, die in Engelsform ausgestochen wurden, kehren die himmlischen Wesen schliesslich doch noch in vielen Häusern und Wohnungen ein und sind präsent – wenn auch nur über die Weihnachtstage.

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