Wegen Bleibelastung – Rüti saniert Boden ehemaliger Schiessanlage
In Rüti sind bereits Arbeiten zur Sanierung des Kugelfangs der ehemaligen Schiessanlage auf der Schützenwiese im Gang. Dazu werden auch Bäume gefällt, um an den mit Blei belasteten Boden zu gelangen.
Die Schiessanlage Rüti war einst eine der grössten Schiessanlagen im Kanton. Von 1947 bis 1986 war sie Austragungsort für Schiesswettkämpfe und das Obligatorische. Vom Schützenstand bei der heutigen Reithalle wurde auf die 24 Scheiben im 300 Meter entfernten Eichrain geschossen.
Die Scheiben wurden nicht immer getroffen. Deshalb hätten die bleihaltigen Patronen den Boden im Umkreis des ehemaligen Kugelfangs stark belastet, wie die Gemeinde Rüti schreibt. Alle Gemeinden im Kanton Zürich müssen diese Böden sanieren oder dekontaminieren. Geplant wurde die Altlastensanierung bereits 2021.
Dass mit der Sanierung erst vier Jahre später startete, habe mit der Kostenbeteiligung zu tun. Der Bund übernimmt einen Teil der Kosten für diese Altlastensanierung. Die Kostenbeteiligung, die im Umweltschutzgesetz (USG) festgehalten ist, wurde in einer Teilrevision angepasst. Seit diesem Frühling ist das revidierte USG in Kraft. Rüti wird nun in einem grösseren Umfang vom Bund finanziell unterstützt.
Unzählige Lkw-Fahrten nötig
Das Sanierungsprojekt sieht vor, auf einer Fläche von etwa 24 Aren (2400 Quadratmeter) ungefähr 4000 Tonnen Bodenmaterial abzutragen. Lastwagen bringen das Material in eine Bodenwaschanlage. Dort wird der stark bleihaltige Feinanteil separiert und schliesslich in einer Deponie abgelagert.
Die Gemeinde rechnet damit, dass während zwei bis drei Monaten total rund 250 Lastwagenfahrten notwendig sein werden. Während des Abtrags des Bodens werden ständig Proben genommen – bis so viel abgetragen ist, dass der Bleigrenzwert eingehalten wird.
Markante Eichen müssen weichen
Von der Sanierung betroffen ist auch eine Riedwiese, die unter kommunalem Schutz steht. Genauso betroffen ist auch ein Waldbereich mit markanten Eichen. Die Eichen können laut der Gemeinde «leider nur teilweise erhalten werden».
Denn um überhaupt zum bleihaltigen Erdmaterial vordringen zu können, müssten Bäume gefällt werden. Der Naturschutzbeauftragte der Gemeinde begleite das Projekt eng. Ziel sei, nach der Sanierung die Qualität der bisherigen artenreichen Flächen durch eine fachgerechte Instandstellung und Aufwertungsmassnahmen wieder zu erreichen.
Der Zeitplan sieht vor, dass der im Oktober begonnene Holzschlag im Verlauf des Monats Dezember abgeschlossen werden kann. Der Bodenabtrag und die Lastwagenfahrten erfolgen im kommenden Frühling und Sommer.