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Lifestyle

Was vor 3000 bis 5400 Jahren punkto Mode angesagt war

Was war bei den Pfahlbauern an Kleidung hip? Eine Antwort darauf ist in einer Ausstellung und an Modeschauen in der Region zu sehen.

Modisch am See: Die Kleider der weiblichen Modelle stammen aus der Bronze-, jene der Herren aus der Jungsteinzeit.

Foto: Martin Bachmann

Was vor 3000 bis 5400 Jahren punkto Mode angesagt war

In diesen Tagen wird die Pfahlbauerausstellung im Museum Wetzikon erweitert. Eigentlich dreht sie sich ums Thema « Schöner Wohnen » . Doch nun wird dort auch zu sehen sein, was in der Jungstein- und in der Bronzezeit so punkto Kleidung angesagt war. Zu sehen sind Replikas von Kleidern und Accessoires, die vor 3000 bis 5400 Jahren in der Schweiz getragen wurden.

Leder und Wolle hier nicht erhalten

Sämtliche Stücke sind aus diversen Pfahlbausiedlungen, darunter auch aus dem Oberland, belegt. Die sogenannten Beinlinge stammen aus der Eisfundstelle vom Schnidejoch in den westlichen Berner Alpen. Wollstücke sind in einem Baumsarg in Dänemark gefunden worden. In den hiesigen Pfahlbausiedlungen hat sich aufgrund des Bodenmilieus kein Leder und auch keine Wolle erhalten. Zu sehen sind neben Hosen auch Hemden, Gürtel, Basthüte, Mützen, Schmuckketten, Nadeln, eine Sichel, Taschen oder Schuhe.

« Die Wolle- und Leinenstücke kratzen auf der Haut » , meint Gabriela Flüeler, die dem fünfköpfigen Vorstand des Vereins «Zukunft Unesco Welterbe Pfahlbau Pfäffikersee/Greifensee» angehört und das Wetziker Museum leitet. Für die Mode-Steinzeitfamilie, die in die Kleider schlüpften, konnte sie auch zwei Nachbarskinder gewinnen.

Ein Foto fürs Familienalbum

Die Idee ist, dass die Kleider nicht nur im Museum zu bewundern sein werden. An verschiedenen Anlässen, die in den kommenden Monaten in der Region stattfinden, sollen sie demonstriert und vielleicht sogar von den Besuchern selbst ausprobiert werden.  « Wir müssen noch schauen, wie wir den Tragkomfort für die heutigen Oberländer erhöhen können » , meint die Museumleiterin.

« Einmal Pfahlbauer oder Pfahlbauerin sein » lautet das Motto an drei Anlässen in Pfäffikon, Niederuster und in der Mönchaltorfer Silberweide im August und September. Ausstaffiert mit den neu-alten Kleidern soll auch ein Foto fürs Familienalbum geschossen werden können – etwas, das die echten Pfahlbauer mit Sicherheit noch nicht kannten. 

 

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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