VZO stoppen den Billettverkauf im Bus
Im öffentlichen Verkehr ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus besonders hoch. Deshalb haben die im Kanton Zürich tätigen Verkehrsunternehmen zum Schutz der Mitarbeitenden und Fahrgäste Massnahmen ergriffen.
Neu soll die vorderste Türe bei den Bussen für Passagiere geschlossen bleiben. Ein Ein- oder Aussteigen sei nur noch durch die hinteren Türen möglich, sagt Joe Schmid, der Pandemieverantwortliche der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO). Ein in grellen Farben gestaltetes Plakat werde an der Fahrertür angebracht und soll die Fahrgäste auf diese Anpassung aufmerksam machen. Personen, die diese Informationen etwa wegen einer Sehbehinderung nicht lesen könnten, informiere das Personal direkt.
«Dazu müssen wir unsere 100 Busse in einer Nachtaktion umrüsten.»
Joe Schmid, Pandemieverantwortlicher der VZO
Zusätzlich dazu werde der Raum hinter dem Fahrerarbeitsplatz möglichst freigehalten. «Dazu müssen wir unsere 100 Busse in einer Nachtaktion umrüsten», sagt Schmid. Ein Absperrband soll die Passagiere davon abhalten, sich auf den vordersten Plätzen im Bus, in unmittelbarer Nähe zum Personal, hinzusetzen. Auf Plakaten weisen die VZO zudem auf den empfohlenen Mindestabstand hin. In den Trams der Stadt Zürich sowie der Glattalbahn bleiben die Fenster zum Tram-Cockpit geschlossen.
Stichkontrollen bleiben
Aufgrund dieser Anpassungen können die Fahrgäste in den Bussen neu keine Fahrkarten mehr kaufen. «Wir sind uns bewusst, dass dies eine Komforteinbusse darstellt», sagt Schmid. «Es ist aber wichtig, dass wir alles dafür tun, um das öffentliche Verkehrsangebot weiterhin sicherstellen zu können und unsere Mitarbeitenden so gut als möglich vor einer Erkrankung zu schützen.» Die Fahrgäste werden angewiesen, ihre Tickets im Vorfeld auf anderen Kanälen zu erwerben. Das sei beispielsweise am Ticketautomaten, am Schalter, über Webshops und Apps sowie telefonisch über den Kundendienst des Zürcher Verkehrsverbund-Contact möglich.
«Wir sind uns der speziellen Situation bewusst und wenden die Kontrollen mit dem nötigen Augenmass an.»
Thomas Kellenberger, ZVV-Mediensprecher
«Grundsätzlich gilt nach wie vor die Fahrausweispflicht», sagt Schmid. Wenn es auf einer Busstrecke aber an Ticketautomaten fehle, sei ein Billettkauf auch im Nachhinein am Bahnhof noch möglich. «Wir vertrauen da auf die Ehrlichkeit unserer Kunden und glauben an das Gute , dass diese Umstände von den Fahrgästen nicht ausgenutzt werden», sagt er.
Im Gegenzug werden auch die Kontrolleure wenn immer kulant damit umgehen, teilt ZVV-Mediensprecher Thomas Kellenberger mit. «Wir sind uns der speziellen Situation bewusst und wenden die Kontrollen mit dem nötigen Augenmass an.» Der ZVV bittet die Fahrgäste im Gegenzug, vorausschauend zu agieren und beispielsweise Mehrfahrtenkarten zu kaufen. «Wir appellieren an die Fairness. Den Betrieb möglichst weiterzuführen ist auch im Sinne der Bevölkerung», so Kellenberger.
Stichkontrollen werde es weiterhin geben. «Bisher ist es noch kein Thema, das zum Schutz unserer Mitarbeiter darauf verzichte t wird », sagt der Mediensprecher. Die Situation werde aber von den Verkehrsunternehmen, die Arbeitgeber sind, selbstverständlich ständig beobachtet.
Desinfektion von 100 Fahrzeugen
Zum Schutz der Fahrgäste desinfiziert das Reinigungspersonal der Verkehrsunternehmen neu jede Nacht die Haltestangen und die Fahrerarbeitsplätze der Busse und Trams. Joe Schmid sagt: «Das bedeutet für uns einen grossen Mehraufwand. Aber die Gesundheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter ist uns wichtig.» Diese und die anderen Massnahmen sollen helfen, den Betrieb des öffentlichen Verkehrs auch bei einer stärkeren Ausbreitung des Virus aufrecht zu erhalten.