Volketswiler Metzgerei öffnet mit neuem Besitzer
Zehn Jahre führte Thomas Luchsinger seine gleichnamige Metzgerei in Volketswil, doch nun übergibt er die Chefschürze an seinen Nachfolger. Luchsinger will es ruhiger angehen. «Ich arbeitete meist sieben Tage die Woche. Diese pausenlose Arbeit war irgendwann zu viel», sagt der 61-Jährige.
So habe er entschieden den Chefposten abzugeben und einem jüngeren die Chance zu geben, den Betrieb zu übernehmen. Also habe er einen Nachfolger gesucht und mit Rafael Kehl einen gefunden. Unter diesem arbeitet Luchsinger weiter im Betrieb, nun aber als Angestellter und nur noch fünf Tage die Woche – und mit bezahlten Ferien. «Das ist eine angenehme Abwechslung nach all den Jahren.»
Nachdem er bis anhin beinahe täglich hinter der Theke Kunden bediente, wird das künftig vermehrt der neue Chef übernehmen.
Schlange stehen für Fleisch
Der 32-jährige Kehl erbt somit eine Metzgerei an der gut frequentierten Zentralstrasse. Dort stehen die Leute jeweils Schlange, um Fleisch zu kaufen. Entsprechend wenig will der neue Chef an dem erfolgreichen Geschäft ändern. Vielleicht erweitere er das Sortiment dereinst um ein paar Spezialitäten.
«Die Kunden haben die Metzgerei nicht vergessen.»
Rafael Kehl, neuer Geschäftsführer Metzgerei Kehl
Bisher habe er noch nie einen Betrieb geführt, sondern sei immer nur als Metzger angestellt gewesen. «Bei der Eröffnung war ich ein bisschen nervös. Es sind riesige Fussstapfen, in die ich trete.»
Im Mai war das Geschäft wegen Kehls Ferien und Luchsingers Handoperation einige Wochen geschlossen. Seit dieser Woche nun sind die Pforten der Metzgerei Kehl, wie was Geschäft neu heisst, wieder geöffnet. Schon am ersten Tag sei bereits wieder viel los gewesen im Volketswiler Kleinunternehmen, sagt Kehl. «Die Kunden haben die Metzgerei somit nicht vergessen.» Diese hohe Kundenzufriedenheit wolle er unbedingt beibehalten.
Lehrzeit für neuen Chef
Dass nun ein Mann mit Wurzeln aus dem Rheintal einen gebürtigen Glarner ablöst, hat mit einer früheren Jobsuche Kehls zu tun. Dieser hat vor rund eineinhalb Jahren bei Luchsinger angefragt, ob der eine Stelle für ihn habe. Damals habe Luchsinger keinen Mitarbeiter gesucht, aber ihn Anfang dieses Jahr angerufen, ob er den Laden übernehmen wolle. «Nach einer Nacht darüber schlafen, habe ich zugesagt», sagt Kehl.
Seitdem habe er im Betrieb gearbeitet, um diesen besser kennenzulernen. «Mittlerweile kenne ich die Abläufe sehr gut, aber natürlich habe ich niemals die Erfahrung meines Vorgängers.»
Auf eine grosse Eröffnungsfeier habe er verzichten wollen, sagt Kehl. «Dafür fehlt uns In unserem Zwei-Mann-Betrieb schlicht die Kapazität.»