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Politik

Volk soll bei Tempo 30 das letzte Wort haben

Die SVP will verhindern, dass der Dübendorfer Stadtrat Temporeduktionen in eigener Kompetenz beschliessen kann. Am Dienstag wurde eine entsprechende Initiative überreicht.  

Das (verstärkte) Initiativkomitee und Stadtpräsident André Ingold (Mitte, mit Jackett). , Auch ein Jahr nach der Einführung ist die Tempo-30-Zone im Stadtzentrum noch umstritten. , Das neue Vortrittsregime sorgt immer wieder für Ärger. Viele vermissen auch die Fussgängerstreifen.

Archiv: Thomas Bacher

Volk soll bei Tempo 30 das letzte Wort haben

Die vor knapp einem Jahr eingeführte Tempo-30-Zone im Zentrum Dübendorfs ist der SVP ein Dorn im Auge. Die Partei hatte es nicht geschafft, die Massnahme auf dem Instanzenweg zu verhindern und den stadträtlichen Entscheid zu kippen. Deshalb will sie jetzt erreichen, dass der Stadtrat künftig keine 30er-Zonen in eigener Kompetenz mehr beschliessen kann.

Zu diesem Zweck hat die SVP im Februar die Volksinitiative «Mitbestimmen bei Temporeduktionen!» lanciert. Diese sieht in Form einer allgemeinen Anregung vor, dass sämtliche Geschwindigkeitsreduktionen dem Gemeinderat vorgelegt werden sollen – unabhängig von der Höhe der notwendigen Investitionen. Geschehen soll dies in Form einer referendumsfähigen Vorlage, womit am Ende das Volk das letzte Wort haben könnte.

Gegen «perfide Bussenfalle»

Laut der SVP hätten Tempo-30-Gegner damit ein Instrument in der Hand, um zu verhindern, dass Dübendorf zu «einer grossflächigen, perfiden Bussenfalle» werde. Ausserdem könnten «teure, ungewollte Verkehrsbehinderungen», ein «Signalisationswirrwarr» und der Abbau von «weiteren Parkplätzen» und Fussgängerstreifen verhindert werden.

Dass für die Tempo-30-Zone im Zentrum gemäss den Vorgaben des Kantons mit einer Ausnahme sämtliche Zebrastreifen entfernt werden mussten, ist ein Punkt, den mittlerweile selbst Befürworter der Verkehrsmassnahme kritisch sehen.

Anzahl Unterschriften nicht bekannt

«Hätten wir diese Initiative doch nur schon vor vier Jahren gehabt», sagte Gemeinderat Orlando Wyss (SVP) am Dienstag vor dem Stadthaus, wo die Übergabe der Unterschriftenbögen an Stadtpräsident André Ingold (SVP) stattfand. 300 Unterschriften sind mindestens nötig, damit in Dübendorf eine Volksinitiative zustande kommt. Wie viele tatsächlich gesammelt wurden, darüber hüllte sich das Initiativkomitee in Schweigen.

Viele Unterschriftenbögen seien über die Internet- und Facebookseite der SVP heruntergeladen und der Partei auf dem Postweg zugesandt worden, sagte Gemeinderat Patrick Walder (SVP). «Da ist es im Vergleich zur Sammlung auf der Strasse schwerer zu sagen, wie viele der Unterschriften tatsächlich gültig sind.» Man habe aber genügend Reserve eingerechnet, so Walder.

Dass die erforderliche Anzahl Unterschriften am Ende erreicht wird, wäre in der Autostadt Dübendorf allerdings auch keine Überraschung, schliesslich wurden hier die Träume von grossflächigem Tempo 30 in den letzten Jahren bereits drei Mal begraben. Zuletzt vor elf Monaten, als es um eine Temporeduktion in den Quartieren ging.

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