Valon Behrami verkauft in Wetzikon Bureks
Anstatt wie sein Namensvetter Bälle zu jonglieren, balanciert der Wetziker Valon Behrami Teller mit seinen Händen. Seit Anfang September ist der 24-jährige Behrami Geschäftsführer in der neueröffneten Burek Bakery.
Wo früher in der Wetziker Metzgerei Weber frischgeschnittene Fleischstücke über den Tresen gingen, werden heute ofenfrische Bureks serviert. Bureks sind Blätterteiggerichte, die mit verschiedenen Zutaten gefüllt sind. Traditionell mit Fleisch oder Schafkäse. «Ursprünglich kommt das Gericht aus dem Osmanischen Reich», sagt Behrami. Heute wird es in den Balkanländern an praktisch jeder Strassenecke verkauft.
Inhaber der Burek Bakery ist Shefali Ismaili. Ihm gehört bereits der Burgerladen Big Burger, den es bereits als Franchiseunternehmen in vier anderen Schweizer Gemeinden gibt. «Ich träume seit zwölf Jahren davon, einen Burekladen zu haben», sagt Ismaili. Bis jetzt habe ihm allerdings immer die Zeit dafür gefehlt. Der 41-Jährige ist gerne Pionier. Vor vierzehn Jahren hat er als erster in der Schweiz einen Burgerlieferdienst aufgemacht. Auch heute sei er der erste, der sich vollumfänglich auf Bureks spezialisiert habe.
Spielen mit Geschmäckern
Nachdem er mit dem Raum der Metzgerei die ideale Lokalität gefunden hat, habe er viele Testessen veranstaltet, bevor er das Geschäft eröffnete. «Wir wollten, das alles perfekt ist. Wir machen keine halben Sachen», so Ismaili. In der Küche steht ein Koch, der seit 20 Jahren Bureks macht. «Nebst den klassischen Rezepten, erfindet er in der Küche vieles neu. Er kann hier seine Kreativität voll ausleben», sagt Geschäftsführer Behrami.
«Ich liebe es, Geschmäcker miteinander zu kombinieren.»
Shefali Ismaili, Inhaber Burek Bakery
So landen auf der Speisekarte Bureks mit Sauce Hollandaise, mit Cheddar und Jalapeños, mit Raclettekäse oder Weisskabis. «Auch ich liebe es, immer wieder neue Produkte zu erfinden und Geschmäcker miteinander zu kombinieren», so Ismaili. Damit spiele er gerne.
Erinnerung an die alte Heimat
«Der Blätterteig und die Füllungen werden alle immer selbst gemacht.» Weil alles frisch ist, könne es sein, dass die Kunden vor Ort schon mal zehn Minuten warten müssen. Das scheint allerdings keinem etwas auszumachen.
Das kleine Lokal ist zur Mittagszeit gut gefüllt. Auf einer Fensterbank sitzen ein paar Gäste auf Fellen und goldenen und silbernen Kissen. Auch die zwei Stehtische sind besetzt. Viel Platz hat es nicht, deshalb wird am Abend auch ein Lieferdienst angeboten.
«Mein Essen löst etwas bei den Menschen aus.»
Shefali Ismaili
Valon Behrami ist zufrieden: «Es sind schon Leute aus dem Thurgau oder Bern extra zu uns nach Wetzikon gekommen». Sein Essen löse etwas bei den Menschen aus, sagt Ismaili. «Schweizer freuen sich, weil der Burek ein typisches Ferienessen ist und Gäste mit Wurzeln im Balkan sind glücklich, weil es sie an ihre alte Heimat erinnert.»
Günstige Preise dank Grossbestellung
Dazu kommt die Nähe zur Berufsschule, die Ismaili und Behrami in die Karten spielt. Durch die Schüler haben sie eine gute Laufkundschaft. «Wir bieten jeden Monat einen speziellen Burek an. Im Dezember gibt es zum Beispiel den Pizza Burek. Jugendliche finden das cool», so Ismaili.
«Ich habe noch weitere Projekte im Kopf, die aber noch streng geheim sind».
Shefali Ismaili
Die Preise sind eher im tieferen Segment angesiedelt, sodass auch ein Schüler die Kosten dafür stemmen kann. «Wir können unser Essen und die Getränke sehr günstig anbieten, da wir durch den Big Burger grosse Mengen bestellen können», sagt Berahmi.
Obwohl Ismaili den Burekladen gerade erst eröffnet hat, hat er schon neue Ideen. Nur beim Big Burger und der Burek Bakery soll es nicht bleiben. «Ich habe noch weitere Projekte im Kopf, die aber noch streng geheim sind».
Burek-Test
Acht Bureks, fünf hungrige Mäuler. Eine Gruppe aus Redaktoren des ZO/AvUs nahm das Angebot der Burek Bakery genau unter die Lupe und unterzog es einem Geschmackstest. Das sind die Aussagen nach dem ersten Bissen:
Mamas Burek (Weisskabis)
«Mit der servierten Sauce schmeckt es super. Der Kabis hat einen guten Eigengeschmack.»
Burek Jack (Cheddar Cheese und Jalapeños)
«Das schmeckt wie Nachos, einfach besser.»
«Ich will mich da reinlegen.»
«Woah.»
Burek Popeye (Ricotta und Spinat)
«Entscheidet man sich für diesen Burek, ist man auf der sicheren Seite.»
«Da kriegt man genau das, was man bestellt hat.»
Burek Classic (Rindfleisch)
«Rindfleischig. Ein bisschen feuchter hätte es sein dürfen.»
«Der Name sagt es: Ein Klassiker.»
Burek Amsterdam (Poulet und Sauce Hollandaise)
«Ist das Rührei? Ah nein Poulet in Kombination mit der Sauce.»
«Erinnert ein bisschen an Aromat.»
Züri-Burek (Kalbfleisch, Champignons & Rahmsauce)
«Wie ein Züri-Gschnätzlets aus dem Balkan.»
«Erinnert an den Classic-Burek, einfach mit Pilzen.»
Burek Cheese (Fetakäse)
«Der ist sehr neutral. Wenn man ein Stück in die Sauce tunkt, saugt er diese gut auf. Das ist mega.»
Alpen-Burek (Kartoffelwürfel und Raclettekäse)
«Schweiz trifft auf Balkan. Eine Kulturkollision.»
«Das luftige Raclette.»