Ustermer Kantonsrat will Bau von Pergolen erleichtern
Das Aufstellen von Pergolen in den Gärten soll erleichtert werden. Der Kantonsrat hat am Montag einem entsprechenden Vorstoss von Erstunterzeichner Simon Vlk (FDP) aus Uster zugestimmt.
Eine Politikerin und drei Politiker von FDP, SVP, Mitte und EVP wollen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern zu Hilfe eilen. In diesem Fall denjenigen, die eine Pergola als Gestaltungselement in ihren Garten stellen möchten.
Mit einem Alltagsbeispiel illustrierte der Erstunterzeichner Simon Vlk (FDP), der nicht nur Kantons-, sondern auch Gemeinderat in Uster ist, am Montag im Kantonsparlament den Vorstoss. Ein häufig verkauftes Modell einer Pergola koste «bei einem schwedischen Möbelhändler» 295 Franken und weise eine Fläche von 9 Quadratmetern auf. Dieser Artikel sei zu gross für die Befreiung von der Meldepflicht.
«Die Pergola braucht eine Bewilligung, wenn sie fest im Boden verankert wird», sagte Vlk. Ohne Bewilligung dürften nur Pergolen mit einer Fläche bis 6 Quadratmeter und einer Höhe bis 2,5 Meter aufgestellt werden. Das sei vielen Hausbesitzern nicht bewusst.
Neu sollen Pergolen bis 16 Quadratmeter bewilligungsfrei bleiben. Der Regierungsrat soll nun eine entsprechende Regelung ausarbeiten. Der Kantonsrat überwies das Postulat klar mit 116 zu 59 Stimmen.
Ein «Bünzli-Vorstoss»
Die Ratslinke stellte sich gegen den Vorstoss. Sabine Arnold (Grüne, Zürich) sprach von einem «Bünzli-Vorstoss». «Sie beschäftigen sich am liebsten mit ihren Vorgärten», sagte sie. Vlk entgegnete, dass er in diesem Fall gerne ein Bünzli sei.
Wilma Willi (Grüne, Stadel) warnte aus Sicherheitsgründen vor der Änderung. «Wer will schon eine wacklige Konstruktion ohne Kontrolle im Garten des Nachbarn?», fragte sie. Manuel Sahli (AL, Winterthur) wollte sich nicht von «kommerziellen Grosshändlern» die Gesetze diktieren lassen.
«Pergolen sind ein Stück Lebensqualität», sagte Sascha Ullmann (GLP, Zollikon) und schwärmte von lauen Sommerabenden. Das Recht müssten Hausbesitzer auch ohne Bewilligung einhalten. Viel ändern werde sich nicht, zeigte sich Ullmann überzeugt. «Es wird keinen Wildwuchs an Pergolen geben.»