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Ungebetene Gäste suchen ehemaliges «Okto» heim

Das neue Restaurant Allegrezza in Oberwetzikon hätte eigentlich im Juni öffnen sollen. Doch der Start verzögert sich. Unbekannte wollten sich trotzdem schon Zutritt verschaffen.

Eigentlich hätte das neue Restaurant Allegrezza in Oberwetzikon diesen Juni öffnen sollen. , Aber Massimo Accaputo (l.) und Erdal Büyükkaya mussten den Start ihres neuen Lokals wegen der Corona-Epidemie verschieben., Unbekannte wollten jedoch nicht länger warten., Wie Kratzspuren an der Terrassentür zeigen, wollten Einbrecher im Juli in die ehemalige Okto-Bar eindringen., Viel zu holen gibt es im Inneren aber nicht., Die Räume des historischen Gebäudes sind noch immer eine Baustelle., Bis zur Eröffnung des neuen Restaurants dürfte es noch eine Weile dauern., Ab Oktober sollen dann aber Gäste auch auf dem Vorplatz des Gebäudes bewirtet werden.

Tina Schöni

Ungebetene Gäste suchen ehemaliges «Okto» heim

Ein mit Tischen gefüllter «Leuenplatz», eine mit Gästen belebte Terrasse und jede Menge Servicepersonal, das alle Hände voll zu tun hat. So hätte die Szene wohl ausgesehen, wäre alles nach Plan verlaufen. Denn pünktlich auf den Start der Fussball-Europameisterschaft am 12. Juni sollte das ehemalige «Okto» in Oberwetzikon wieder öffnen. Das hatten Erdal Büyükkaya und Massimo Accaputo, die Betreiber von «Mr. Pizza», Ende Februar gegenüber «Züriost» angekündigt.

Das sind die Nachmieter der Okto-Bar

29.02.2020

Wetzikons bekanntester Leerstand endet

Nach langem Leerstand wird die ehemalige Okto-Bar wieder vermietet. Beitrag in Merkliste speichern Doch auch Mitte Juli können sie den Betrieb ihres neuen Restaurants namens Allegrezza presented by Mr. Pizza am neuen Standort noch nicht aufnehmen. «Wegen Covid19 mussten wir lange auf die Baubewilligung warten», sagt Büyükkaya. Demzufolge verzögerte sich auch die Sanierung des historischen Gebäudes, in dem auch das Restaurant Leuen einst untergebracht war.  

Kratzspuren an der Terrassentür

Von aussen sieht die Liegenschaft noch unverändert aus. An den Fenstern klebt braunes Papier, das den Blick ins Innere verhindert. Eine schriftliche Information über eine baldige Eröffnung gibt es nicht. Aber Büyükkaya hat ein Ziel vor Augen. «Wenn nichts dazwischen kommt, soll es diesen Oktober soweit sein», sagt er.

«Es ist ärgerlich, dass die Tür beschädigt ist.»

Erdal Büyükkaya, Wetziker Restaurantbesitzer

So lange wollten manche offenbar nicht warten. Unbekannte versuchten letzte Woche, sich über die Terrassentür auf der Kirchenseite gewaltsam Zutritt in die künftige Gaststätte zu verschaffen. Die Tür ist beschädigt, deutliche Kratzspuren sind zu sehen. Doch Büyükkaya nimmt es gelassen. «Es ist ärgerlich, dass die Tür beschädigt ist. Aber es gibt bei uns ja nichts zu holen», sagt er.

Das Innere ist zum jetzigen Zeitpunkt eine einzige Baustelle. Die Räume sind nackt. An den Wänden hängen Baupläne, am Boden liegen die vom Staub bedeckten Werkzeuge. Küche, Tische und Bartresen fehlen. Wände müssen noch gestrichen, teilweise sogar eingebaut werden. Auch sanitäre Einrichtungen, Lampen und Küchenelemente gibt es noch nicht. Nur das Grundgerüst steht.

Aquarium im japanischen Stil

Doch glaubt man Büyükkaya, geht jetzt alles Schlag auf Schlag. Wo im «Okto» einst Billardtische standen, sollen Bar und Küche mit Schnellkühler und Pizzaofen entstehen. Gleich nebenan ist der Lieferanteneingang vorgesehen. «So müssen unsere Lieferanten nicht mehr durch das Restaurant spazieren, sondern nehmen die Bestellungen gleich neben der Küche unweit vom Parkplatz entgegen.»

«Wenn das Geld reicht, schmücken wir die Betonpfeiler mit Wandpflanzen.»

Die Toiletten bleiben im Untergeschoss. Nur das Invaliden-WC will der Wetziker neben der Treppe im Erdgeschoss bauen. Er habe sich bei Personen mit Behinderungen umgehört. «Ein Treppenlift wird anscheinend nicht gern gesehen. Rollstuhlfahrer fühlen sich dadurch benachteiligt», lautet seine Erkenntnis.

Die beiden breiten Stützen im Hauptraum will er erhalten. Dazwischen sei ein Aquarium im japanischen Stil vorgesehen. «Wenn das Geld reicht, schmücken wir die Betonpfeiler mit Wandpflanzen.» Die restlichen Wände werden mit hellen Kalksteinplatten verkleidet. Die kleine Terrasse soll in ihrer Mitte einen Brunnen erhalten.

Beträchtliche Summe aufgewendet

Wie viel Geld Accaputo und Büyükkaya für die gestalterischen Elemente im neuen Lokal ausgeben, will der Wetziker nicht genau beziffern. Dass sie auf hochwertige Produkte viel Wert legen würden, sei aber kein Geheimnis. «Wir werden schon eine beträchtliche Summe dafür aufwenden.»

Bis alles fertig ist, werden die Gäste weiterhin im Kemptner Talhof bedient. Das Restaurant ist bekannt unter den Namen «Mr. Pizza», so wie auch der Lieferservice der Familie Accaputo heisst. Für das Lokal werde noch nach einem geeigneten Nachmieter gesucht. «Im Moment sieht es so aus, als ob dort ein anderer Pizzalieferant einziehen wird. Definitiv ist aber noch nichts.»

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