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Gesellschaft

Umbau der Weberei in Juckern ist für nächstes Jahr geplant

Die Umgestaltung des Areals rund um die ehemalige Weberei nimmt Formen an. Doch bevor es losgeht, muss auch das Volk zustimmen.

Im Gebiet um die Weberei Juckern will eine Gruppe von Investoren ein neues Wohnquartier schaffen, das auch Platz fürs Gewerbe bietet.

Grafik: PD/Foto: Annabarba Kiliani

Umbau der Weberei in Juckern ist für nächstes Jahr geplant

Grossprojekt bei Saland

Das Bauvorhaben rund um die ehemalige Weberei Grünthal nimmt Formen an. Die Sanierung des Hauptgebäudes könnte sogar in Kürze starten.

Über 130 Jahre lang ratterten die Webstühle in der Weberei Grünthal in Juckern. 1988 endete schliesslich der Betrieb in der Textilfabrik im Weiler unweit von Saland. Die Fabrik mit ihrem markanten Kamin steht noch – zahlreiche Räume sind weiterhin vermietet, beispielsweise für das Brockenhaus.

Doch schon lange ist klar, dass eine Gruppe von Investoren das Areal entwickeln und neuen Wohnraum schaffen will – aber auch Platz für Gewerbe.

Zum Grossprojekt gehört nicht nur ein Umbau des Fabrikgebäudes und den dazugehörigen Nebenhäusern – sondern auch zahlreiche Neubauten. Dies zum einen im Gebiet Baumgartenholz sowie auf dem Areal hinter dem alten Webereiensemble – im Gebiet Juckern Süd.

Man sieht eine Karte von Juckern mit den geplanten Überbauungen.
In diesen drei Gebieten soll sich Juckern weiterentwickeln. Im Areal Juckern Süd und im Baumgartenholz regeln Gestaltungspläne die Überbauungen.

Die beiden Gestaltungspläne für das Vorhaben liegen derzeit öffentlich auf. Denn auf grossen Teilen des Areals gibt es eine sogenannte Gestaltungsplanpflicht. Bevor ein Bauprojekt erarbeitet werden kann, müssen Anzahl, Lage, äussere Abmessungen sowie Nutzweise der Bauten festgeschrieben werden.

Laut David Trümpler, Mitinvestor und Geschäftsführer der J. Jucker AG, beziehen sich die Gestaltungspläne deshalb nur auf die Neubauten.

Einwendungen möglich

Im letzten Herbst hatte eine Informationsveranstaltung stattgefunden, an der verschiedene Bedenken auf den Tisch gekommen waren. Die J. Jucker AG hat reagiert und sich entschieden, etwa im Baumgartenholz weniger zu bauen als ursprünglich geplant.

Konkret geht es um eine Geschossfläche von knapp 1300 Quadratmetern, auf die nun verzichtet wird. «Das entspricht einer Reduktion von 15 Prozent gegenüber dem initialen Richtprojekt», erläutert Trümpler.

Ausserdem wurde die Vorzone zwischen dem in Zukunft öffentlich zugänglichen Kanalweg und den daran anschliessenden Gebäuden verbessert. «Baumgruppen in begrünten Aussenräumen und Hauseingängen wechseln sich ab», erläutert Trümpler.

Dass das Gebiet grün und naturnah wird, ist der J. Jucker AG ein grosses Anliegen. Im Gestaltungsplan wurden die Baumpflanzungen und die geplante Tiefgarage so abgestimmt, dass auch grosskronige Bäume mit viel Wurzelvolumen an den geeigneten Stellen wachsen können.

Die Gestaltungspläne liegen noch bis am 9. Dezember öffentlich auf der Gemeindekanzlei und auf der Website der Gemeindewebsite auf. Alle Interessierten dürfen sich zu diesen äussern und Einwendungen einreichen.

Die definitiven Pläne müssen dann noch von der Gemeindeversammlung genehmigt werden – voraussichtlich im ersten Halbjahr 2025. Im Anschluss können die Eigentümer ein Bauprojekt für die Neubauten ausarbeiten. Erst dann werden die letzten Details für die Überbauung geklärt, wie etwa die Gestaltung der Fassaden.

Umbau soll 2025 starten

Etwas schneller geht der Prozess bei den bestehenden denkmalgeschützten Gebäuden im Gestaltungsplanperimeter. Die Sanierung kann vor der Genehmigung der Pläne erfolgen.

Bereits diesen Dezember will die J. Jucker AG das Bauprojekt für den Umbau der Weberei einreichen. Dort, wo einst die Maschinen das Bild prägten, sollen künftig Menschen wohnen.

Man sieht ein altes Gebäude.
Der Umbau der alten Weberei soll bereits im nächsten Jahr starten. (Archiv)

Dass hier alles so schnell geht, ist einem einfachen Grund geschuldet: «Die Baumasse der Weberei leidet immer mehr und muss dringend saniert werden», sagt Trümpler. Weiter abzuwarten, würde die Instandstellungskosten des Bauprojekts wesentlich verteuern.

Damit die Investoren das Bauprojekt in Angriff nehmen können, ist ein Schutzvertrag mit der kantonalen Denkmalpflege nötig. Dieser regelt im Detail, wie die bestehenden Gebäude umgebaut werden können.

Die Verhandlungen sind bereits abgeschlossen – doch noch fehlt die finale Unterschrift des Regierungsrats. «Wir sind aber trotzdem bereits daran, das Bauprojekt auszuarbeiten», erläutert Trümpler, ohne Details verraten zu wollen.

Geht alles nach Plan, kann der Umbau der Weberei bereits im nächsten Jahr starten. Für den Geschäftsführer der J. Jucker AG ist das ein wichtiger Schritt: «Juckern soll wieder strahlen.»

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