Trotz steifer Bise – Robenhauser rocken ihre Fasnacht
Comeback nach drei Jahren
Rund 1000 Zuschauende säumten zum Umzug die Strassen, rekordverdächtige 600 tanzten am Maskenball. Die Fasnachtsgesellschaft Robenhausen feiert ein fulminantes Comeback der 5. Jahreszeit. Dabei hätten Auflagen das grosse Fest fast vermiest.
«Ro, Ro, Fagero!» So jubelt die Fasnachtsgesellschaft Robenhausen (Fagero). Und zu jubeln hat sie einiges. Bei Temperaturen um die Null Grad und einer ziemlich bissigen Bise, hiess es hoffen. Hoffen, dass die Robenhausener sich nicht davon abhalten lassen, an die Strasse zu stehen und sich mit Konfetti beschmeissen zu lassen.
















Rund 1000 Fasnachtsfreudige haben sich in den Wind gestellt - wenn auch teilweise im Schutze ihrer Balkone, an der Motorenstrasse zum Beispiel. Eine Besucherzahl, die Fagero-Präsidentin Alexandra Acker freut. Ohne Bise, schätzt sie, wären 1500 Zuschauende oder mehr gekommen.
Alle kamen nach Robenhausen
31 Gruppen haben den Umzug mitgeprägt. Laut Acker hätten sich dieses Jahr viele Gruppen entschieden, nach Robenhausen zu kommen. «Wir hatten überhaupt keine Mühe, genug Gruppen zu finden. Die meisten haben sich auch früh angemeldet.» Zum Leidwesen der Ustermer Fasnacht, die auch am Wochenende stattfand.

Unter die traditionellen Masken, Guggen und Sujets haben sich auch rockige Gruppen und solche aus dem Grossen Kanton gemischt. Und auch wenn ihnen die steife Bise um die Nase strich, liessen sie sich das Fest nicht vermiesen, wie auch das Video zeigt.
«Man hat gemerkt, dass die Leute nach drei Jahren wieder richtig Lust auf Fasnacht haben», resümiert Acker die Stimmung vom Wochenende. So durfte die Fagero zum Maskenball am Samstagabend rund 600 Besuchende empfangen. «Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet», ordnet die Präsidentin ein.
Fest stand wegen Auflagen auf der Kippe
Fast wäre es allerdings drei Wochen zuvor zu einer tragischen Absage gekommen. Neue feuerpolizeiliche Auflagen sorgten dafür, dass die Fagero ein neues Konzept ausdenken musste. Die Fluchtwege in der Turnhalle der Schule Robenhausen waren mit einem Meter Breite nämlich 20 Zentimeter zu schmal.
«Das war für uns komisch», erklärt Alexandra Acker, «wir machen hier seit 20 Jahren Fasnacht.» Die Gesellschaft suchte das Gespräch mit der Stadt Wetzikon, der Polizei und der Feuerpolizei. Die Lösung: Ein Aussenbereich sorgte dafür, dass sich die Masse gut verteilt.

Dass die Menschen nach drei Jahren wieder richtig Lust auf Fasnacht hatten, merkten die Organisatoren auch bei der Maskenprämierung. 22 Gruppen haben sich dafür angemeldet und 15 Einzelmasken.

«Da merkt man, dass die Leute nach wie vor Freude an der Fasnacht haben. Sie wollen ‹fäschten›, wollen es gut haben», freut sich Alexandra Acker.
Für die Fasnachtsgesellschaft Robenhausen war es ein fulminantes Comeback der fünften Jahreszeit nach drei Jahren Corona-Zwangspause. Und schon heute ist zweifelhaft, ob die Fasnacht 2024 wieder so gross wird. Laut Acker haben manche der Umzugs-Gruppen einen festen Turnus, nach dem sie sich richten. Vielleicht kommt nächstes Jahr also Uster in den Genuss.
Sehen Sie hier ein Video, wie die Robenhausener vor 50 Jahren Fasnacht gefeiert haben.