Tri-Tra-Trallalla in Russikon
Wenn der Kasperli auf Besuch kommt, kommen die Kinder in Scharen vorbei – wie kürzlich in der Mehrzweckanlage Riedhus, wo der Familienverein Russikon einmal mehr einen Traditionsanlass organisiert hat.
Mittwoch vor einer Woche in der Mehrzweckanlage Riedhus. Noch ist der kleine, mit Sternen bedruckte Vorhang zugezogen. Die Spannung steigt. Die kleinen Zuschauer sitzen ohne Schuhe auf Turnmatten – direkt vor dem hölzernen Kasperlitheater. Die Eltern haben in den hinteren Reihen auf Bänken und Stühlen Platz genommen.
Der Familienverein Russikon hat zum schon traditionellen Kasperlitheater geladen, bei dem nach der Aufführung auch noch selbst gebackene Kuchen serviert werden. Und wie schon in den vergangenen Jahren ist eine grosse Schar vorbeigekommen. «Wir setzen uns für ein familienfreundliches Zusammenleben im Dorf ein. Unsere Anlässe bieten Gelegenheit, andere Familien kennenzulernen, den Gedankenaustausch zu pflegen und gemeinsam Neues zu erleben», heisst es auf der Website des Familenvereins. «Durchs Jahr bieten wir ein buntes Programm an Aktivitäten wie Kochplausch, Kasperlitheater, Kinderflohmi, Elki-Treff, Besuch beim Samichlaus im Wald und Weihnachtsbasteln an», ist dort weiter zu lesen.
«Das Kasperlitheater kommt immer noch sehr gut an. Deshalb haben wir es immer wieder im Programm», erklärt Michèle Wyss, die bisherige Präsidentin vom Familienverein Russikon vor Beginn der Vorführung. Nun hat eben erst Tanja Müller den Präsidentenposten übernommen, bei dem aktuell rund 70 Familien dabei sind.
Jetzt geht es in dem kleinen Holzkasten, der die Bühne bildet, richtig zu Sache. Der Kasperli ist auf der Suche nach dem verlorenen Schatz. Die Kinder fiebern mit und werden immer wieder miteinbezogen. «Wer kennt von euch Eulen? Wo leben diese?» Kinderhände strecken sich in die Höhe. «Im Wald», kommt die Antwort aus den Kindermündern geschossen.
Angelina Kreyenbühl gibt alles – versteckt von den Blicken der Zuschauer. Hinter der hölzernen Bühne streckt sie die Figuren auf ihren Händen in die Höhe. Sechs Charaktere spielt sie heute. Seit 2014 ist sie mit ihrem Kasperlitheater Gigelisuppe unterwegs. «Ich habe für meine Kinder zu Hause Kasperliaufführungen gemacht. Das kam so gut an, dass meine Familie mich animiert hat, das im grösseren Rahmen zu machen.»
Inzwischen hat sie eine Assistentin, die auch mit den Figuren auftritt. «Ich bin fast jeden Mittwoch irgendwo unterwegs; in Bibliotheken, Schulen, Vereinen oder an Privatanlässen», erklärt sie. Beruflich ist sie, die in Hochfelden (Bezirk Bülach) lebt, in einer Marketingagentur tätig.
Die Geschichten, die sie als Kasperli erzählt, hat sie alle selber geschrieben. Für ganz kleine Kinder hat sie auch Storys auf Lager, die ohne gruselige Figuren auskommen. Zudem hat sie mit einer Kollegin die Firma Löffelspitzer gegründet. Dort nimmt das Duo Geschichten auf, die man als MP3-Datei herunterladen kann. Diese «Schwiizer Dialektgeschichten» bringen die zwei auch live bei Anlässen zum Besten.