«Traube» Ottikon braucht dringend Geld
Es sind schwierige Zeiten für die Gastrobranche. Auch für die «Traube» in Ottikon, die 2016 einen Auftritt in der SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» hatte.
« Wir bieten momentan Take Away und Heimlieferung an » , erzählt Angelika Boesch vom Restaurant. « Damit machen wir momentan einen Drittel unseres normalen Umsatzes. » Durch die Öffnung der Terrassen erwartet sie auch keinen grossen Anstieg der Einnahmen – zumal weiterhin Homeoffice-Pflicht gilt.
« Wenn es so weitergeht, dann ist im Sommer nicht mehr gut » , sagt sie. Die 59-Jährige leitet zusammen mit ihrem Mann das Sozialprojekt, das die « Traube » in Ottikon zusammen mit dem Verein Sorebo betreibt. Um dieses Projekt weiter aufrecht zu erhalten, braucht es dringend Geld.
« Wenn wir es nicht schaffen, das Geld zusammenzukriegen, verlieren acht Lernende ihre Lehrstelle. »
Angelika Boesch, Traube Ottikon
Im Ottiker Restaurant werden 32 Lernende in Gastronomie, Betriebsunterhalt und Administration ausgebildet. Alle haben sie einen schwierigen Hintergrund. « Es sind Jugendliche, die im ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben » , erzählt Boesch. « Sie kommen oft aus schwierigen familiären Verhältnissen und hatten schulisch grosse Mühe. »
Reserven bald aufgebraucht
Diese jungen Menschen würden ohne Hilfe in die Arbeitslosigkeit fallen und vom Sozialamt abhängig. « In der Traube können sie einen Lehrabschluss machen » , sagt Boesch. « Wir offerieren auch Plätze für Jugendliche, die weder von der IV noch vom Sozialdienst unterstützt werden. »
Durch den Lockdown habe das Restaurant keine Möglichkeit, das Geld zu erwirtschaften, das es für diese Plätze brauche. Momentan seien sie am Sparen, die Reserven seien aber bald aufgebraucht.
Nun sammelt der Verein Sorebo mit einem Crowdfunding Geld. « Um die Monate Januar bis Mai abzudecken, brauchen wir 40‘000 Franken » , sagt Boesch. Sie setzt alle Hoffnung in diese Geldsammlung.
Um das Restaurant zu unterstützen, kann man über das Crowdfunding, das über die Raiffeisenbank läuft, unter anderem Geschenkboxen erwerben. « Wenn wir es nicht schaffen, das Geld zusammenzukriegen, verlieren acht Lernende ihre Lehrstelle. »
Die Jugendlichen hätten keine Chance, von einem anderen Gastrobetrieb übernommen zu werden. « In der jetzigen Situation sowieso nicht. » Diese Jugendlichen würden in die Arbeitslosigkeit fallen, ist sie überzeugt.
Grosse Ängste bei den Teenagern
Bis jetzt habe noch jeder Lernende in der Traube den Abschluss geschafft. « Dank uns können sie selbständig werden, ihr eigenes Geld verdienen und sich in der Gesellschaft integrieren. So werden die Sozialdienste entlastet. »
Die Ängste seien momentan gross bei den Jugendlichen. « Viele haben keine Familie im Hintergrund, die sie auffängt » , sagt Boesch. « Das belastet sie zusätzlich. »
Sie will nicht daran denken, was ist, wenn der Verein das Geld nicht zusammenkriegt. « Wir glauben fest daran, dass uns die Gesellschaft unterstützen wird. Denn alle haben etwas davon, wenn die Jugendlichen bei uns ihre Lehre fertig machen können. »