Tour de Bar durch die nächtliche Stadt
Smokin’ Mad BarBQ (1)
An der Wangenstrasse gegenüber dem Haupteingang des Militärflugplatzes war einst das Restaurant Flugstübli. Danach die Niagara Bar/Lounge, die bald zu den begehrtesten Trinkstuben der Stadt avancierte, wohlbekannt auch bei den Ordnungshütern, die wegen Lärmklagen ebenfalls zu den Stammgästen gehörten.
Mittlerweile befindet sich hier das Restaurant Smokin’ Mad BarBQ, halb Fleisch-ess-Lokal, halb Bar. Der Chef begrüsst uns auf der Terrasse mit erfrischenden Whiskydrinks, ein paar Flaschen aus dem Bierkeller, und reicht dann Shots und einen wirklich sehr netten Gruss aus der Küche nach. Das fängt ja gut an.
Castro Shisha-Bar (2)
Auch die Shisha-Bar beim Bahnhofskreisel hat eine Vergangenheit. Im «Falken» gabs hier vor vielen Jahren das gleichnamige Bier und den besten Shish-Kebab ausserhalb der Türkei. Nach einem Umbau und Pächterwechsel wurde die Beiz zum «Castro», einem für die damalige Zeit recht gediegenen Ausgehlokal.
Es folgten weitere Wechsel mit einem Zwischenspiel als «Dampfbar». Und jetzt ist das «Castro» eben eine Shisha-Bar, wo zur Wasserpfeife süffige Mojitos und herrlich süss-klebrige Piña Coladas gereicht werden, die eine halbe Mahlzeit ersetzen. Die Stimmung? Heiter.
My Senses The Bar (3)
Die Bar My Senses gegenüber dem Lindenplatz legte 2017 einen fulminanten Start hin. Bereits ein halbes Jahr nach der Eröffnung landete das Lokal auf dem 3. Platz des «Best of Swiss Gastro»-Award».
Hier wird die hohe Bar-Kunst auf die Spitze getrieben. Die 24-seitige Getränkekarte enthält eine kaum zu übertreffende Vielfalt an Drinks und Spirituosen inklusive dem «Stapi Drink» und auch der einen oder anderen Spielerei, etwa dem im «Vacuum Pot» parfümierten Negroni. Am besten fragt man aber gleich den Chef, denn der weiss immer Rat.
Neuerdings gibt’s zum Drink auch gleich noch fast richtige Alpenluft, denn die Raumluft wird mit einem Kalt-Plasma-Ionisierungs-Gerät gereinigt und neutralisiert.
Charly Bar (4)
Die Charly Bar hinter dem Restaurant Hecht ist eine Institution, die aus Dübendorf nicht mehr wegzudenken ist – und eigentlich unter Denkmalschutz gestellt gehört. Der Zugang erfolgt durch ein Spalier interessierter Stammgäste und führt direkt in den urigen Gastraum, in dem man sich sofort wie zu Hause fühlt. Das liegt auch an den Gastgebern, die einen herzlich in ihrer Stube aufnehmen.
Hier trinkt man Bier und «Wändlis» – alkoholische Mischgetränke mit Hochprozentigem aus grossen Flaschen an der Wand. Ein Teil der Dübendorfer Gastrobetriebe mag sich vom Preisniveau her der Stadt Zürich angenähert haben, doch hier ist das definitiv nicht der Fall. Die Charly Bar ist ausserdem extrem raucherfreundlich, weil sie streng genommen ein Fumoir ist.
Coconut Shisha-Bar (5)
Der 15-minütige Spaziergang zur Coconut Shisha-Bar im Westen Dübendorfs hilft ein wenig beim Ausnüchtern und hat den Effekt eines Zwischenwassers. Aufgrund der doch recht abgelegenen Lage kann man hier im Sommer etwas machen, was ansonsten aufgrund von Lärmklagen kaum (mehr) möglich ist: bis spätabends draussen sitzen.
Wegen der vielen Shisha-Raucher riecht man die Bar, lange bevor man sie sieht. Die Karte bietet aber nicht nur Rauchbares, auch die klassischen Cocktails sind aufgelistet. Der Long Island Iced Tea – die einzig akzeptable Art, Tee zu trinken (weil kein Tee drin ist) – und die Pink Lady machen richtig viel Spass.
Der Gröl- und Sing-Bereich (6)
Schon klar, es ist einfach lustig, an einem Saufabend den Mitmenschen mit lautem Gesinge und Gegröle auf die Nerven zu gehen. Als seriöses Medium ist es aber unsere Aufgabe, eine möglichst allgemeinverträgliche Alternative aufzuzeigen.
Ideal ist der Fussweg entlang der Glatt zurück ins Zentrum. Zwar gibt es mittlerweile auch hier mehrere Wohnhäuser. Doch im Bereich der Givaudan bieten die Fabrikhallen einen natürlichen Schallschutz, und die Mitarbeitenden freuen sich ganz bestimmt über ein kleines Ständchen.
Shannon Pub (7)
Ein Trink-Abend in Dübendorf endet fast schon zwangsläufig im «Shannon». Das Pub mit der wahrscheinlich längsten letzten Runde der Welt ist ein Sammelbecken für ein buntgemischtes Publikum – Partygänger, die sich für den Ausgang in Zürich aufwärmen, gut gelaunte Normalos, viele Stammgäste, die schon den ganzen Abend hier verbracht haben, und auch ein paar Trinkfreudige, die eigentlich ins Bett gehören.
Die Bar-Crew ist blitzschnell und versorgt die letzten Überlebenden der Kneipentour in hoher Kadenz – es ist ja die letzte Runde – mit Alkoholika, schliesslich hat die «Glattaler»-Crew noch eine letzte anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Die Torkelstrecke…
Die Torkelstrecke? (8)
Ja genau, die Torkelstrecke: Für einmal ist es von Vorteil, dass es in Dübendorf nach Mitternacht schnell mal etwas ruhiger wird. Auch in Bezug auf den Verkehr. Denn so haben Heimkehrer für ihre Kurven mehr Platz auf der Strasse und müssen nicht dauernd den lästigen Autos ausweichen.
Die Redaktion bedankt sich für das Interesse und wünscht viel Spass beim Nachmachen.
Filmtipp:
Als Inspiration empfehlen wir den Spielfilm «The World’s End» von Edgar Wright mit Simon Pegg und Nick Frost. Die Handlung dreht sich darum, dass fünf Jugendfreunde ihren epischen Sauf-Marathon in ihrer Heimatstadt, an dem sie einst gescheitert sind, zu Ende bringen wollen. Sie sind dabei allerdings deutlich ehrgeiziger als die «Glattaler»-Crew und nehmen sich ein Dutzend Pubs vor.
Musiktipp:
Um sich perfekt auf die Trinktour einzustimmen, gibt es eigentlich nur einen Song: «Nice Day To Go To The Pub» der australischen Punkband Cosmic Psychos. Manchmal müssen eben vier Akkorde reichen.