Werner Rüegg schreitet über eine Wiese, an Apfelbäumen vorbei, bis er eine kleine Anhöhe erreicht. Er deutet auf die Hügelkuppe, die Scheidegg, und sagt: «Von meinem Dachfenster aus habe ich mit einem Fernrohr gesehen, wie die Segelflieger von dort oben gestartet sind. Das war vor bald 80 Jahren und ich ging in die fünfte, sechste Klasse.»
Heute ist Rüegg 88 Jahre alt und wohnt immer noch in dem alten Bauernhaus ob Wald mit Blick auf die Scheidegg. Dort, wo am Wochenende an jene Zeit erinnert wird, als die Segelfliegerei auf ihrem Zenit stand.
Ein Jubiläumsfest am Samstag und Sonntag mit den Starts zahlreicher historischer Segelflieger zelebriert den letzten Segelflug vor 75 Jahren ab der Alp Scheidegg. Gleichzeitig feiert die Modelsegelfluggruppe Alp Scheidegg ihr 50-jähriges Bestehen.
Zum Jubiläumsfest
Am Samstag und Sonntag feiert die Modellsegelfluggruppe Alp Scheidegg ihr 50-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wird an den letzten Segelflug ab der Alp Scheidegg von 75 Jahren erinnert. Die Veranstalter möchten den Besuchenden die Möglichkeit bieten, noch einmal in die frühen Jahre des Segelflugs einzutauchen mit Oldtimer-Segelflugzeugen und Gummiseilstarts. Als weiterer Höhepunkt findet der Akrobatikflug mit einer PC11, besser bekannt als Pilatus B4, statt. Ebenso gibt es Vorführungen von Modellsegelfliegern und Passagierflüge mit Paraglider-Piloten. Beginn der Aktivitäten ist jeweils um 10 Uhr, das Tagesprogramm ist wetter- und windabhängig. Weitere Auskunft unter www.msgas.ch. (erh)
Werner Rüegg erinnert sich an die Zeit, als nach dem Zweiten Weltkrieg von 1945 bis 1948 die Scheidegg der Zürcher Berg der Segelflieger war. «Bei jeder Gelegenheit bin ich damals mit dem Velo nach Fischenthal gefahren, wo die Flieger jeweils landeten und habe geholfen, sie auseinanderzuschrauben.»

