Syla weg – der FC Rüti steht vor einem Umbruch
Nach dem Abstieg
Der FC Rüti verliert nach dem Fall in die 3. Liga seinen wichtigsten Spieler und setzt auf interne Lösungen – auch beim Trainer.
Der FC Rüti leckt seine Wunden. Seit gut zehn Tagen ist der Abstieg in die 3. Liga Tatsache. Und seit Donnerstagabend ist das vorerst letzte Heimspiel in der 2. Liga Geschichte. Es endete versöhnlich: Das 4:3 gegen Wiesendangen war der vierte Saisonsieg der Rütner.
Am Samstag in einer Woche muss der FCR zum Abschluss noch zum FC Seuzach reisen, der – Stand heute – Chancen auf den Aufstieg in die 2. Liga interregional hat. Dort waren die Rütner bis vor gar nicht allzu langer Zeit auch.
Doch nun dürfte es eine ganze Weile dauern, bis der FCR wieder von solchen Erfolgen träumen darf. Denn es steht ein Umbruch an. Und nichts illustriert das besser als der Abgang von Taulant Syla, dem langjährigen Captain und Torgaranten, der gestern wie Dejan Ilic zweimal traf.
Der 32-Jährige war schon 2012 dabei, als Rüti letztmals in der 3. Liga spielte. Damals schoss er den FCR mit 26 Treffern als Topskorer in die 2. Liga.
Der Lockruf des Ex-Trainers
Den umgekehrten Weg macht er nun nicht mehr mit. Syla wechselt zum FC Weesen, wo Ex-Rüti-Trainer Ursal Yasar übernimmt. Auch Taulant Sylas Bruder Edison soll nach Weesen wechseln – er hatte den FC Rüti vor einem Jahr zu Erstligist Tuggen verlassen.
Der FCR ohne Taulant Syla – das ist eine Zäsur. «Über seine Qualitäten und seine Verdienste für den Verein müssen wir nicht diskutieren. Er hat Legendenstatus», sagt Sportchef Aykut Ugras. Verlassen neben dem langjährigen Captain weitere Leistungsträger den FCR? «Bei mir ist noch nichts angekommen», sagt Ugras. In den nächsten zwei Wochen sollen Entscheide fallen – dem Vernehmen nach will der im April in Rüti entlassene Yasar weitere Spieler nach Weesen locken.
Es würde überraschen, bliebe Taulant Syla der einzige namhafte Abgang. Diesen bezeichnet Ugras als Chance für andere Spieler. Er sagt: «Für einen Umbruch brauchen wir neue und junge Spieler.» Die sollen vor allem aus den eigenen Reihen kommen. «Wir haben gute Junioren.»
Ciardo wird Cheftrainer
Dazu passt auch die Trainerwahl: Mit Denis Ciardo übernimmt ein Eigengewächs, das im FCR schon Spieler, Juniorentrainer und zuletzt Assistenzcoach in der 1. Mannschaft war. Nun wird der 32-Jährige erstmals Chefcoach eines Fanionteams.
Ergänzt wird der Staff zudem unter anderen auch mit Harbin Osmani, der zuletzt im zentralen Mittelfeld zur Stammformation gehörte. «Wir wollen auf interne Spieler setzen, also ist auch eine interne Trainerlösung naheliegend», sagt Ugras. «Denis hat die Chance verdient. Er kennt den Verein, er kennt die Junioren. Für unser Projekt ist er perfekt.»
Rückkehr nicht erzwingen
Und dieses «Projekt» heisst nicht Wiederaufstieg um jeden Preis. Auch wenn je nach weiteren Abgängen der eine oder andere externe Neuzugang möglich ist. «Natürlich wollen wir wieder aufsteigen, darüber sind wir uns im Verein einig», sagt Ugras. «Aber es bringt nichts, etwas erzwingen zu wollen. Vielleicht sind wir in drei Jahren so weit. Für nächste Saison werden wir uns einen Platz im vorderen Drittel zum Ziel setzen.»
Als die Rütner letztmals in die 3. Liga abstiegen, waren sie durchgereicht worden aus der Interregio. Zwei Abstiege in Serie, die jeweils einen Totalumbau und einen Trainerwechsel nach sich zogen. Die Rückkehr in die 2. Liga gelang erst nach neun Jahren – notabene vor allem dank Spielern aus den eigenen Reihen. Insofern bleiben sich die Rütner also treu.