Sternenberger Käser will künftig in Bauma produzieren
Der Käser Urs Preisig hat bereits einiges versucht. Mehrere Pläne hat er zeichnen lassen, um seinen Käsereibetrieb an der Höchstockstrasse in Sternenberg in der Nähe des Skilifts auszubauen. Jedoch ohne Erfolg: «Aus baurechtlichen Gründen können wir in Sternenberg nicht erweitern», erklärt der 43-Jährige, der mit seiner Frau die Käserei in zweiter Generation führt.
«Unser Produktionsstandort in Sternenberg hat schlicht die Kapazitätsgrenzen erreicht.»
Urs Preisig, Sternenberger Käser
Schon im Jahr 2005 hat Preisig die Liegenschaft im Schattenwis in Bauma erworben. Diese liegt quer vis-à-vis von der Agrola Tankstelle, kurz vor der Dorfmitte Bauma, wo die Altlandenberg- über die Unterdorfstrasse führt. Dort lagern die Preisigs heute ihren Käse und verpacken ihn. Produzieren tun sie immer noch in Sternenberg.
Verbesserte Bedingungen für Mitarbeiter
Das soll sich in nächster Zeit jedoch ändern. «Unser Produktionsstandort in Sternenberg hat schlicht die Kapazitätsgrenzen erreicht», erklärt Preisig. «Wir haben Kunden, die uns gerne grössere Mengen abnehmen würden. Doch leider können wir diese nicht produzieren.»
Preisig will deshalb den Standort Bauma ausbauen, später die Produktion dorthin verlagern und den Standort Sternenberg schliessen. Dieser Schritt führe ausserdem «zur weiteren Optimierung der Betriebsprozesse, zur Reduktion betriebsinterner Transporte und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter.» So wird die Verlagerung ein wenig technisch in einem auf der Gemeinde-Website aufgeschalteten Erläuterungsbericht weiter begründet.
Gemeindeversammlung hat letztes Wort
Dass solche Details da so genau publiziert sind, hat einen einfachen Grund. Um die Gebäude im Schattenwis zu vergrössern, muss der gleichnamige, private Gestaltungsplan geändert werden. Dieser liegt seit Kurzem für 60 Tage in der Gemeindeverwaltung auf. Die Änderung dieses Plans wird in der ersten Hälfte des nächsten Jahres auch noch die Gemeindeversammlung bewilligen müssen. Und vorher wird sich auch noch der Gemeinderat damit befassen.
«Der innovative Unternehmer macht meiner Meinung nach das Beste aus dem zur Verfügung stehenden Land.»
Andreas Sudler, Gemeindepräsident Bauma
Dazu getagt, hat dieser bis jetzt noch nicht. Der Bauausschuss beantragt der Gemeindeexekutive jedoch, den Änderungen zuzustimmen. Baumas Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos) findet den neuen Gestaltungsplan persönlich «sehr gut». «Der innovative Unternehmer macht meiner Meinung nach das Beste aus dem zur Verfügung stehenden Land und nutzt so die Landressource perfekt aus.»
Nur positive Rückmeldungen
Auch Käser Preisig hat bis jetzt nur positive Rückmeldungen auf seine Pläne erhalten. Mit der Änderung des Gestaltungsplans solle zuerst einmal die Planungsgrundlage geschaffen werden, um ein potentielles Wachstum zu gegebenem Zeitpunkt zu ermöglichen. Um jeden Preis wachsen, wolle er jedoch nicht.
«Der Käsemarkt ist stets auch Schwankungen unterworfen.»
Urs Preisig
Heute sind bei der Käserei Preisig rund 20 Mitarbeiter mit verschiedenen Beschäftigungsprozenten angestellt, umgerechnet entsprechen diese Pensen gut 15 Vollzeitstellen. Wie viele Mitarbeiter Preisig künftig beschäftigen wird, kann er noch nicht sagen. «Der Käsemarkt ist stets auch Schwankungen unterworfen.» Zudem daure es noch etwa 15 Jahre, bis der Standort Bauma fertig ausgebaut sein werde.
Letzter Laden würde verschwinden
So steht es auch im Erläuterungsbericht, in dem der Ausbau genau beschrieben wird. Dieser soll in drei Etappen erfolgen. Nebst der Vergrösserung der Produktions- und Lagerräume soll im Endausbau im Schattenwis auch die Schneiderei und die Verpackerei aufgestockt werden. Zudem soll ein Fabrikladen in den bestehenden Wohnhausteil eingebaut werden.
Wird die Käserei an der Höchstockstrasse dereinst geschlossen, verschwindet mit ihr wohl auch der letzte Laden in Sternenberg. «Wir haben vor allem lokale Lebensmittel im Angebot. Ein Volg sind wir jedoch nicht», relativiert Preisig. Trotzdem fände auch er es «schade», wenn es in Sternenberg gar keine Einkaufsmöglichkeit mehr gäbe. «Doch bis es so weit ist, dauert es ja noch ziemlich lange.» Allenfalls ergebe sich zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Lösung.