Steht die nächste «Seegfrörni» an?
Bei den aktuell eisigen Temperaturen schlägt manches Winterherz wohl etwas höher. Besteht eine Chance auf eine «Seegfrörni» der Oberländer Seen? Da Sport- und Freizeitanlagen noch immer – und wohl noch eine ganze Weile – geschlossen sind, wäre ein Ausflug auf das Eis wohl für viele eine dankbare Abwechslung.
Zum letzten Mal war es im Februar 2012 möglich, über den Greifen- und Pfäffikersee zu gehen. Während der Januar noch überdurchschnittlich mild war, zogen Anfang Februar plötzlich eisige Luftmassen von Sibirien über Mitteleuropa. Laut SF Meteo gab es seit 1987 in der Schweiz keine Kältewelle von vergleichbarer Länge. Genau vor 9 Jahren, am Samstag, 11. Februar, wurde der Pfäffikersee schliesslich von den Behörden nach zahlreichen Messungen freigegeben. Die dafür nötige Dicke des Eises von 12 Zentimetern war erreicht.
An diesem Wochenende strömten rund 20‘000 Personen auf die Eisfläche. Wiesen wurden in temporäre Parkfelder umgewandelt und die VZO stellten Extrabusse. Kurz darauf, am 15. Februar, konnte trotz steigender Temperaturen auch das südliche Ende des Greifensees freigegeben werden – allerdings nur für kurze Zeit. Bereits zwei Tage später musste die Fläche wieder abgesperrt werden, ebenso bei Pfäffikersee. Das Tauwetter hatte dem Eis stark zugesetzt, es bestand die Gefahr von Spannungsrissen.
Je tiefer der See, desto mehr Kälte nötig
Aber wie gross dürfen die Hoffnungen auf eine diesjährige Seegfrörni sein? Die Dauer der Eisbildung hängt sowohl von der Tiefe als auch von der Grösse eines Sees ab. Einfach gesagt: Je tiefer ein See, desto mehr Kälte wird benötigt, bis er zufriert.
Als einfaches Mass für die benötigte Kälte haben sich gemäss Meteo Schweiz die sogenannten negativen Gradtage (NGT) erwiesen. Hier werden die Grade der Tage mit einer durchschnittlichen Temperatur unter 0 Grad zusammengezählt. Ein Tag mit einer Durchschnittstemperatur von minus 5 Grad liefert so zum Beispiel 5 NGT. Jeder See benötigt eine andere Anzahl NGT, bis er zufriert.
Für den Pfäffikersee wird ein Bereich von 55 bis 147 NGTs angegeben, für den Greifensee ein Bereich von 101 bis 220 NGT. Denn die Anzahl für eine Gfrörni könne stark schwanken. So war der Greifensee schon mit nur rund 100 NGT zugefroren. In einem anderen Jahr haben auch 200 NGT nicht für eine Gfrörni gereicht.
Da die Temperaturen aber schon nächste Woche wieder ansteigen, bleibt eine Seegfrörni 2021 wohl Wunschdenken – oder ein frommer Wunsch für nächsten Winter.