Stadt Uster findet neue Nutzung für ehrwürdige Villa
Neues Leben im alten Haus
Das Familienzentrum zieht in die ehrwürdige Villa am Aabach in Uster. Für Stadtpräsidentin Barbara Thalmann ist das eine Win-win-Situation.
Das politische Hickhack um die Villa am Aabach ist zu Ende. Die 1931 erbaute Liegenschaft, mitten in einem Park zwischen dem Dorfbad und der Brauerei Uster gelegen, wird zum neuen Zuhause des Familienzentrums.
Dieses ist bislang in einer privaten Liegenschaft an der Zentralstrasse eingemietet. «Die jetzige Lösung ist eine Win-win-Situation», sagt die Ustermer Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). «Das Familienzentrum erhält attraktive Räume mit Garten, die Stadt kann Kosten reduzieren, und in die Villa zieht wieder Leben ein.» Im Sommer soll der Umzug vonstattengehen.
Das Familienzentrum ist ein eigenständiger Verein, der mit einem Leistungsauftrag (und finanziellen Beiträgen) der Stadt einen Begegnungs- und Informationsort für Familien betreibt. Die Angebote reichen vom Spiel-Kafi-Betrieb als Herzstück über Krabbelgruppen, Deutsch- und Elternbildungskurse, Notfallbetreuungen und Kreativworkshops bis hin zur Mütter- und Väterberatung. Viele Angebote entstehen durch ehrenamtliche Arbeit. Die Stadt Uster hat den Verein an der Stadtpreisverleihung 2024 mit dem Engagementpreis geehrt.
Für das Familienzentrum bietet die Villa neben einem etwas grösseren Raumangebot vor allem einen langersehnten Aussenbereich. Zudem liegt das Haus in unmittelbarer Nähe zum Abenteuerspielplatz Holzwurm und zur Dorfbadi.
Wohnhaus, Galerie, Location
Die Villa am Aabach wurde einst als Wohnhaus für die Brauereibesitzer Bartenstein-Corrodi gebaut. 1978 erwarb die Stadt die Liegenschaft und nutzte sie als Ausstellungsort für Gegenwartskunst. Ende 2006 wurde die Galerie aufgrund eines Volksentscheids geschlossen. Seither vermietet die Stadt die Villa für Feste und Anlässe.
In den letzten Jahren war das Haus immer mal wieder ein Thema im Ustermer Stadtrat. So wollte der umtriebige Paul Stopper (BPU) unter anderem wissen, wieso das ehrenwerte Haus angesichts der Wohnungsknappheit in Uster nicht für Mietwohnungen genutzt werde.
Eine Wohnung, jene unter dem Dach, war einer Hauswartin vermietet, damit die Liegenschaft und die Umgebung nicht unbeaufsichtigt waren. Die Räume der Wohnung würden in Zukunft ebenfalls vom Familienzentrum genutzt, für die Hauswartin habe man eine neue Bleibe gefunden, sagt Barbara Thalmann.
Zurück zu Paul Stopper. Das Ustermer Polit-Urgestein äussert sich sehr positiv zum Einzug des Familienzentrums: «Ich finde das eine gute Idee. So wird das Haus sinnvoll genutzt.»