Stadt Illnau-Effretikon lanciert Co-Working
Auf das tägliche Pendeln verzichten und im Wohnort arbeiten: Was mit dem Arbeitsmodell Co-Working möglich wird, soll nun auch in Effretikon angeboten werden. Das Konzept, das bereits in Uster, Rüti und bald in Pfäffikon praktiziert wird, hält ab März in der Ex-Filiale der Clientis Bank Einzug. Dort sollen auf einer Fläche von 120 Quadratmetern, verteilt auf drei Räume, frei nutzbare Arbeitsplätze für Studenten und Berufsleute eingerichtet werden.
Möglich macht es die Stadt Illnau-Effretikon: Sie reagiert auf den Vorstoss des SP-Gemeinderates Maxim Morskoi, der eine solche Zwischennutzung leerstehender Gewerbeflächen im Zentrum Effretikons vorschlug. «Der Stadtrat ist der Meinung, dass es die Stadt für die Initiierung von gemeinschaftlich nutzbaren Arbeitsflächen braucht», begründet Stadtschreiber Peter Wettstein das Engagement.
Ein Jahr oder länger
Längerfristig sei es aber nicht Aufgabe der Stadt, den wirtschaftlichen Betrieb des Co-Working-Modells zu gewährleisten. «Wir bieten Hand beim Aufbau. Danach könnten die Räumlichkeiten auf Vereinsbasis oder mittels genossenschaftlicher Beteiligung geführt werden», sagt Wettstein. Für die Zwischenzeit hat die Stadt mit dem Vermieter der Räumlichkeiten, der Bereuter Totalunternehmung, einen Mietvertrag vereinbart. Er läuft vorerst ein Jahr.
«Ich kann mir aber vorstellen, dass wir die Räume noch etwas länger benutzen können», sagt Peter Wettstein. Der Grund für die zeitliche Einschränkung: An der Bruggwiesenstrasse steht ein grösseres Bauvorhaben an. Mit der Zentrumsentwicklung Bahnhof West wird die Liegenschaft in den nächsten Jahren überbaut. Der Baustart ist noch unklar.
Bankmobiliar übernommen
Bis die Planung soweit ist, testet die Stadt den Betrieb versuchsweise. Gemäss Konzept des Stadtrates soll dieser auf möglichst selbstverwalten Basis funktionieren. «Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung», sagt Wettstein. Jeder Nutzer sei damit für die Sauberkeit der Arbeitsplätze oder der Funktionstüchtigkeit der Geräte zuständig.
«Das Angebot soll auch zur Belebung des Effretiker Zentrums beitragen.»
Stadtschreiber Peter Wettstein
Ein Grossteil des Mobiliars, das die Vormieterin zurückliess, kann die Stadt für den Co-Working-Versuch nun übernehmen. Anderes musste die Stadt neu anschaffen. Etwa leistungsstarke Wlan-Geräte oder Drucker. Den unterschiedlichen Bedürfnissen der Nutzenden will die Stadt mit der Aufteilung der Räumlichkeiten gerecht werden. So ist vorgesehen, ein Zimmer für Studierende oder Lernende einzurichten, hier soll der Lärmpegel möglichst tief gehalten werden.
Täglich offen
Für Personen, die telefonieren müssen oder Besprechungen abhalten wollen, wird ein Extrazimmer eingerichtet. In einem der kleineren Nebenräume wäre es denkbar, ein Sitzungszimmer einzuplanen, so Wettstein weiter. Vorerst will die Stadt die Arbeitsplätze gratis anbieten. «Das Angebot soll auch zur Belebung des Effretiker Zentrums beitragen.»
Es gelte jedoch zu prüfen, ob etwa professionelle Nutzer der Gemeinschaftsarbeitsplätze Tarife zu zahlen hätten. Für die Öffnung und Schliessung der Räumlichkeiten sowie für deren Unterhalt sucht die Stadt derzeit eine Bewirtschafterin respektive einen Bewirtschafter. Betrieben werden soll der shared Workspace täglich von 8 bis 20 Uhr. Für den Posten will die Stadt ein kleines Entgelt zahlen. «Vielleicht gibt es ja in der Nähe wohnhafte Personen, die an einem solchen Engagement interessiert sind», sagt Wettstein.
Am Co-Working-Projekt interessierte Personen können sich unter praesidiales@ilef.ch oder 052 354 24 11 bei der Stadt melden.