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Motorsport

«Wir müssen uns überall verbessern»

Corona-Sorgen, ein schwacher Motor – und fast keine sportlichen Highlights: Frédéric Vasseur, Chef des Hinwiler Formel-1-Teams Alfa Romeo, spricht über die letzte Saison und sagt, weshalb er trotz allem Positives sah.

17 Rennen in etwas mehr als fünf Monaten, davon vier ­sogenannte «Triple-Header» mit drei Rennwochenenden in Serie – wie hat das Team die Strapazen verkraftet?
Frédéric Vasseur: Es war herausfordernd, und es war hart für das Team. Aber im April oder Mai waren wir nicht überzeugt, dass wir in diesem Jahr überhaupt auf die Strecke zurückkehren würden. Es ist ein grosser Erfolg für die Formel 1, 17 Rennen durchführen zu können. Das war auch für die Zukunft des Sports wichtig. Aber natürlich: Einfach war es nicht.

Und nun haben sich alle Ferien verdient?
Das Rennteam geht in die Fe­rien, für diese Mitarbeiter war die Zeit sehr intensiv. Im Designoffice und in der Produktion ist die ­Arbeitsbelastung aber in diesen Wochen am höchsten. Wir werden bereits Ende Februar mit dem neuen Auto auf der Strecke zurück sein.

Was muss besser sein am nächstjährigen Auto?
Ganz ehrlich: Wir müssen uns überall verbessern, es gibt keinen Bereich, in dem wir uns zurücklehnen dürfen. Das muss die Mentalität eines Rennstalls sein. Alle anderen werden sich ver­bessern, und wenn man nicht probiert mitzuziehen, geht man unter. Am Auto wird sich sicher die Aerodynamik verändern, hier gibt es Neuerungen im Reglement. Verbessern müssen wir aber auch den Betrieb an der Strecke. Das Reifenmanagement war zwar nicht schlecht, aber auch da braucht es etwas Feinabstimmung. Auch die Fahrer können sich steigern. Und wir sind überzeugt, dass Ferrari beim Motor einen Schritt nach vorn macht.  

Der Ferrari-Motor war dieses Jahr eines der grossen Probleme. Ihre erste Amtshandlung in Hinwil war es, die Pläne mit Honda über Bord zu werfen und zu Ferrari zurückzukehren. Bereuen Sie diese Entscheidung?
Nein, überhaupt nicht (lacht). So ist es nun einmal in einem Rennteam: In einer Saison ist der ­Motor gut, die Aerodynamik vielleicht weniger – und nun hatten wir mit dem Motor etwas Mühe. Ich hoffe, dass sich das 2021 wieder ändert. Der Deal mit Honda wäre nicht zu managen gewesen, weil wir das einzige Team mit ­einem Honda-Motor gewesen wären. Wir brauchten aber eine Referenz, und das bot Ferrari. Zudem hätte Honda kein Getriebe liefern können. Es war schlicht nicht zu verantworten.

«Ich weiss, dass es komisch tönt, von einem guten Job zu sprechen, wenn man Achter ist.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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