Es ist eine schöne Gegend. Castiglione del Lago heisst der Ort am Westufer des Trasimenischen Sees in der italienischen Region Umbrien. Mitten in einer beliebten Freizeit- und Ferienregion gelegen – dort lebt Randy Krummenacher seit einigen Jahren mit seiner Partnerin Serena, deren Sohn Gioele (11) und der gemeinsamen Tochter Leyla (2).
Seit dem 10. März gilt in Italien eine landesweite Ausganssperre. Davon betroffen sind natürlich auch Krummenacher und seine Familie. In Umbrien ist die Lage nicht so prekär wie in Norditalien; Stand Sonntagabend sind dort 1023 positive Fälle registriert. Die Region zählt knapp 900'000 Einwohner und hat eine der geringsten Bevölkerungsdichten Italiens. Castiglione del Lago, wo Krummenacher lebt, zählt rund 15'000 Einwohner.
Vor einem Monat fuhr Krummenacher in Australien das erste Rennen als Supersport-Weltmeister. Seither ist er zu Hause. Im Interview erzählt er, wie er mit der Ausgangssperre umgeht und ob unter diesen Umständen Gedanken an den Sport überhaupt noch Platz haben.
Randy Krummenacher, wann waren Sie das letzte Mal draussen?
Randy Krummenacher: So wirklich draussen schon lange nicht mehr. Am 8. März ging ich noch Motorradfahren. Kurz danach kam die Ausgangssperre. Seither war ich praktisch nicht mehr draussen, mal abgesehen davon, dass ich dreimal einkaufen ging. Es ist vernünftiger. Jedes Mal, wenn man rausgeht, riskiert man etwas.
Und man muss eine Bewilligung haben, oder?
Ja, es gibt ein Formular, das man ausfüllen muss. Es veränderte sich immer wieder in letzter Zeit. Man muss bestätigen, dass man nicht in Quarantäne ist, dass man nicht positiv getestet wurde, dass man nichts anderes machen will als arbeiten, Lebensmittel kaufen, zum Arzt oder in die Apotheke gehen. Und man sollte sich nur innerhalb der Gemeinde aufhalten – laut den Regeln muss ich im nächstgelegenen Supermarkt einkaufen.

