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Motorsport

Kaltenborn setzt nun auf virtuelle Boliden

Monisha Kaltenborn lässt Hobbypiloten in Zürich und Cham über die Rennstrecken der Welt rasen – in reellen Cockpits und doch virtuell.

Es riecht nicht nach Benzin oder Motorenöl. Kein Mechaniker, der dicke Räder über den Asphalt rollen würde. Keine dröhnenden Rennwagen im Hintergrund, keine umherwuselnden Männer in Overalls. Alles ruhig, alles steril. Und doch gibt es ihn hier zu finden, den Temporausch, den Nervenkitzel des Rennfahrens.

Ein Gebäude beim Stadtzürcher Bahnhof Tiefenbrunnen: Eine goldene Treppe führt hinauf in den ersten Stock. Hinter der Bar steht ein junger Mann und poliert Gläser. Über ihm hängen riesige Lampenschirme, rundherum stehen Sofas. Um die Ecke: vier Boliden, räderlos, sternförmig angeordnet auf einem Glasboden, auf dem vor kurzem noch Cüpli getrunken wurden und getanzt wurde. Je drei Bildschirme ­stehen vor den Chassis, Kostenpunkt pro Gerät: 120'000 Franken.

Willkommen in der Formula V, wo auf den Rennstrecken dieser Welt gerast werden kann. In reellen Cockpits und doch virtuell. Zu Übungszwecken für Nachwuchspiloten oder einfach zum Spass. Was Monisha Kaltenborn im ehemaligen Club Meylenstein aufgebaut hat, entspricht dem Zeitgeist: Umweltfreundlich, risikofrei, für jeden zugänglich, für jeden erschwinglich.

Eine Ergänzung zur Königsklasse

Kaltenborn war die Chefin des Formel-1-Teams Sauber, heute steht sie dieser Formel Virtuell vor, der Formula V. Bald wird die Serie umbenannt in Racing Unleashed, das Logo gleicht zu sehr demjenigen der Formel 1. Man wolle ja auch nicht verglichen werden mit der Königsklasse des Motorsports, sagt Kaltenborn, «wir sehen uns als Ergänzung.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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