Bis zum GP von Österreich vor zwei Wochen stand er auf derselben Stufe wie Adrian Sutil, Gianni Morbidelli und Norberto Fontana. Dann wurde Antonio Giovinazzi in Spielberg Zehnter, holte den ersten WM-Punkt seiner Karriere und gesellte sich weg vom Nuller-Trio, hin zu den 26 anderen Fahrern, die für den Hinwiler Rennstall schon Formel-1-Punkte sammelten – ob der nun Sauber, BMW-Sauber oder Alfa Romeo hiess.
Elf Rennen musste der 25-jährige Italiener bis zu seinem ersten WM-Punkt warten. Noch viel länger musste Italien warten: Am 24. Oktober 2010 wurde Vitantonio Liuzzi in Korea im Force India Sechster – seither schaffte es kein Italiener mehr in die Top Ten.
Es ist nicht die einzige Durststrecke, die Giovinazzi beendete. Als er 2017 als Ersatzpilot für den verletzten Pascal Wehrlein in Australien sein Formel-1-Debüt für Sauber gab, war er der erste Italiener in der Königsklasse seit der Saison 2011.
«Er muss die italienische Flagge hochhalten.»
Vitantonio Liuzzi, Ex-Formel-1-Pilot
«Zum Glück ist Antonio da», sagte Liuzzi einmal, «auf seinen Schultern lastet viel Druck, weil er die italienische Flagge hochhalten muss.» Zwar sagte Giovinazzi gerne, er verspüre keinen Druck, auch wenn er stets danach gefragt werde. Trotzdem war Österreich für ihn befreiend. Ein tolles Gefühl sei das, «es nimmt etwas Gewicht von meinen Schultern.»

