Auf die Dürrezeit folgt Aufbruchstimmung
Saison der Bewährung
Der FC Egg geht im ersten Drittliga-Heimspiel nach dem Aufstieg leer aus. Für den Trainer ist aber klar: «Fussballerisch können wir mit den meisten Teams mithalten.»
Es ist noch nicht lange her, als den FC Egg und den FC Rüti drei Spielklassen trennten. Seit dieser Saison sind nun beide Klubs auf Augenhöhe.
Für den FCE ist es nach dem Aufstieg das erste Heimspiel in der 3. Liga seit Juni 2016. Zum letzten Vergleich in einer Meisterschaftspartie zwischen den beiden ersten Mannschaften müssen sogar nochmals zehn weitere Saisons zurückgeblättert werden.
Es ist eine gute Gelegenheit, um dem Match mit einem Apéro noch eine feierliche Komponente hinzuzufügen, zumal gleichzeitig der neue Rasen auf der Schürwies-Anlage eingeweiht wird.
Zu einem Erfolgserlebnis sollte es den Eggern aber trotz dem besonderen Ambiente nicht reichen. Nach den ersten gelungenen Auftritten im Regional-Cup gegen den gleichklassigen Racing Club (5:0) und in Fehraltorf (2:0) gibt es dieses Mal eine 0:2-Niederlage.
«Rüti war etwas cleverer und überlegter», findet FCE-Trainer Marzio Nespoli. Zuerst trifft Leandro Miguel Matos Azevedo für die Gäste nach einem Eckball (23.), dann sorgt Harbin Osmani in der 70. Minute mittels Foulpenalty für die Entscheidung.
Egg hat aber durchaus gute Momente. Remo Casciato bekundet einmal Pech bei einem Pfostenschuss. Später rettet nochmals Aluminium die Rütner. «Wir haben nie aufgesteckt», lobt Nespoli. Er ist überzeugt davon, dass seine Spieler aus der Niederlage gegen den Favoriten lernen werden.
Der sportliche Tiefpunkt
Dem Rückschlag zum Trotz: Bei den Eggern herrscht Aufbruchstimmung. Dies nach sportlich kargen Jahren, die 2018 mit dem Absturz in die tiefste Spielklasse gipfelten. Zwar gelang die Rückkehr postwendend.
Nur: In der 4. Liga blieb der FCE hinterher Mittelmass. Bis zur letzten Saison – mit Nespoli als neuem Trainer. Der bald 51-Jährige gewann in den Vorgesprächen mit Sportchef Daniel Hrgetic und den vorgängigen Match-Besuchen sofort einen guten Eindruck. Für ihn ist klar: «Da ist viel Entwicklungspotenzial vorhanden.»
Tatsächlich finden die Egger mit ihm schnell den Tritt – und überwinterten bereits als Leader der Gruppe 8. Und von ihrem Weg liessen sie sich auch in der zweiten Meisterschaftshälfte nicht abbringen – und schafften somit quasi einen Start-Ziel-Sieg.
Doch woher kommt diese plötzliche Konstanz? Laut Nespoli gibt es keinen einzelnen Grund. In der Mannschaft kommt es auch unter ihm kaum zu Veränderungen. Auffällig ist dabei das junge Kader, in dem drei 26-Jährige die Teamältesten sind.
«Die Kontinuität in allen Bereichen ist sicher ein grosser Pluspunkt», sagt Nespoli und nennt stellvertretend Präsident Thomas Nyffenegger und Sportchef Hrgetic, die im Hintergrund wertvolle Arbeit leisten. «Ich schätze den offenen Umgang untereinander», so der Trainer.
Die Parallelen zum FC Pfäffikon
Überhaupt gibt es für ihn im FCE einige Parallelen zu seiner alter Wirkungsstätte beim FC Pfäffikon, wo er von 2020 bis 2023 die zweite Mannschaft betreute. Und mit ihr ebenso – im Jahr 2022 – einen Aufstieg in die 3. Liga feiern konnte. Nespoli sagt: «Auch in Egg wird voll auf die Einheimischen gesetzt. Die meisten unserer Mannschaft spielen seit Juniorenzeiten miteinander.»

Vom «guten Zusammenhalt im Team» wird noch mancherorts gerne schwadroniert. In Egg ist es keine leere Phrase. «Man unterstützt sich im Dorf sogar vereinsübergreifend», hat Nespoli festgestellt. Er nennt dazu den Turnverein, Unihockey- und den Skiklub als Beispiele. Zu- und Abgänge sind deshalb losgelöst vom sportlichen Erfolg selten. «Es hatten einige Spieler die Möglichkeit, in eine höhere Liga zu wechseln», sagt Nespoli. Geblieben sind sie trotzdem.
Und diese haben nun die Gelegenheit, sich zu bewähren. «Fussballerisch können wir mit den meisten Teams mithalten», ist jedenfalls Nespoli überzeugt. Diesen Beweis anzutreten, gilt es gerade in den nächsten Wochen. Dann warten mit Stäfa 2, Hinwil und Mitaufsteiger Uster 2 allesamt Gegner in Reichweite. Es sind also Partien, in denen die jungen Egger die Basis für eine nachhaltige Zukunft in der 3. Liga legen können.
