Greifensee gewinnt Kellerduell hoch
Gossau stolpert erneut
Während der FC Greifensee nach dem deutlichen 4:0 gegen den FC Rüti weiter auf den Klassenerhalt in der 2. Liga hoffen kann, schwimmen Letzterem die Felle allmählich davon.
Nicht immer kehren neue Besen gut. Das musste Rütis neuer Trainer Mike Koller schmerzlich erfahren. Seine Mannschaft war im Duell zweier direkter Gegner im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Liga gegen Greifensee nach einer frühen roten Karte nämlich chancenlos und verlor klar 0:4.
Nach seiner Premiere musste sich Koller deshalb bereits in Durchhalteparolen flüchten. «Solange es rechnerisch noch möglich ist, glaube ich an den Ligaerhalt», sagte der FCR-Coach. Zumal er im Training gesehen habe, welche spielerische Qualität im Kader stecke. Das dürfte aus Rütner Sicht aber auch der einzige Grund zur Zuversicht sein.

Die Tabelle – Rüti liegt fünf Runden vor Schluss nun acht Punkte unter dem Strich – ist jedenfalls ebenso wenig einer wie die jüngsten Resultate. Sechs Niederlagen, davon vier hohe, haben die Rütner mittlerweile aneinandergereiht und dabei Leistungen gezeigt, die keinen Anlass zur Hoffnung geben. Viel wahrscheinlicher, als dass dank Feuerwehrmann Koller der Brand erlischt, ist in Rüti daher ein baldiges Lichterlöschen.
Calendo giesst Öl ins Feuer
Als Brandbeschleuniger fungierte in Greifensee ausgerechnet FCR-Keeper Stefano Calendo. Der sonst so zuverlässige Routinier liess sich nach einer knappen Viertelstunde von Luca Mercurio den Ball abluchsen und riss den Greifenseer Angreifer dann zu Boden, bevor dieser ins leere Tor einschieben konnte.
Der Preis für den Aussetzer war ebenso logisch wie hoch: Das Heimteam erhielt einen Penalty zugesprochen, den Levin Brunner zum 1:0 verwandelte, und Rüti spielte fortan nur noch zu zehnt. Dass unter diesen Umständen für die ohne jegliches Selbstvertrauen agierenden Gäste nicht mehr viel möglich war, versteht sich von selbst.
Spätestens nach einem Doppelschlag der Greifenseer war die Partie entschieden. Erst überwand Luca Mercurio trotz suboptimaler Ballannahme Ersatztorhüter Mauro Diaz Rees, und zwei Minuten später war Severin Burkart nach einem Zuspiel von Nino Fikic erfolgreich.
«Hätten auch sonst gewonnen»
«Ich gehe davon aus, dass wir auch ohne den Platzverweis gewonnen hätten», sagte Simon Schaich. Zu zurückhaltend und zu wenig lauffreudig seien die Rütner schon zu Beginn gewesen, als sie noch zu elft spielten. Dass sein Team nach dem dritten Treffer ebenfalls nicht zu glänzen vermochte, verschwieg der Greifenseer Assistenztrainer aber auch nicht. «Da waren wir etwas gar passiv», fand Schaich. Immerhin gelang Raul Eberhardt gegen die bis zuletzt harmlosen Gäste auf Vorarbeit von Brunner noch das 4:0.
Gossau büsst Punkte ein
Der FC Gossau hat es derweil nicht geschafft, mit dem in dieser Runde siegreichen Spitzenreiter Schaffhausen mitzuhalten. Er zeigte beim formstarken FC Bassersdorf zwar eine ansprechende Leistung, kam über ein torloses Unentschieden aber nicht hinaus. Die Gossauer bekundeten zunächst einige Mühe mit dem entschlossen zu Werke gehenden Gegner und konnten sich mindestens einmal bei ihrem Torhüter Marc Fankhauser bedanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten.
Danach erholten sich die Gossauer und kamen selbst zu Möglichkeiten, die sie aber nicht zu nutzen wussten. Die beste davon vergab Riley Christen, der am stark parierenden Bassersdorfer Keeper scheiterte. In der Schlussviertelstunde war dann wieder das Heimteam näher am Sieg, sodass Gossau mit dem Punkt am Ende gut leben konnte.
Greifensee - Rüti 4:0 (3:0). – Tore: 16. Brunner (Foulpenalty) 1:0. 28. Mercurio 2:0. 30. Burkart 3:0. 77. Eberhardt 4:0.
Bassersdorf - Gossau 0:0.
