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Greifensee kämpft sich zurück

«Totgesagte leben länger», heisst ein Sprichwort. Es gilt auch für den FC Greifensee. Mit dem nächsten Sieg kann sich der Zweitligist wieder echte Chancen auf den Ligaerhalt machen.

Der FC Greifensee (Alec Wegmann, links), hier gegen Töss (Raoul Miraglia), gelang der zweite Erfolg in Folge.

Archivfoto: David Kündig

Greifensee kämpft sich zurück

Erneutes Lebenszeichen im Tabellenkeller

Daniel Hess

Zweitligist Greifensee holte auswärts gegen die Reserven des FC Schaffhausen einen Zwei-Tore-Rückstand auf und siegte 3:2.

Dass der Tabellenvorletzte Greifensee bei Leader Schaffhausen 2 gewinnen würde, war nicht unbedingt vorauszusehen gewesen.

Mindestens einer hatte es aber offenbar schon vorher gewusst. Ersatzkeeper Paulo Da Costa nämlich hatte eine grosszügige Ladung Bier ans Auswärtsspiel mitgeschleppt. Und zwar nicht umsonst.

Die Greifenseer bodigten nämlich den meistgenannten Aufstiegsfavoriten trotz einem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand knapp 3:2.

Mit dem zweiten Erfolg in Serie verbesserte der FCG auch seine vor Kurzem beinahe aussichtslos scheinende Lage im Kampf gegen den Abstieg. «Greifensee lebt!», stellte Simon Schaich denn auch erfreut fest – bevor der Assistenztrainer seiner Aussage einen veritablen Schlachtruf folgen liess.

Köpfe nicht hängen lassen

Dabei hatte es zunächst gar nicht gut ausgesehen für die Greifenseer. Zwar hielten sie im Duell der zwei Teams, die kurioserweise beide in ihrer letzten Partie Glattbrugg 5:1 bezwungen hatten, in der ereignisarmen Anfangsphase gut mit. Dann aber leisteten sich die Gäste innert weniger Minuten gleich zweimal einen Ballverlust im Mittelfeld, den die spielstarken Schaffhauser mit überfallartigen Angriffen jeweils zu einem Treffer zu nutzen wussten.

Schaich schwante Ungutes. «Nicht schlecht gespielt und dennoch 0:2 hinten, wo soll das nur enden?», fragte er sich. Seine Schützlinge liessen sich indes nicht entmutigen, und nachdem Tobias Niklaus den Anschlusstreffer erst noch verpasst hatte, glückte dieser kurz vor der Pause Pascal Unholz, der nach einer Ecke erfolgreich war.

Greifensee lässt nichts mehr zu

Dass die Greifenseer Lunte gerochen hatten, bewiesen sie nach dem Seitenwechsel umgehend. Der frisch eingewechselte Luca Mercurio traf nämlich schon bei einer seiner ersten Ballberührungen mit einem abgefälschten Schuss zum Ausgleich. Danach traten die Greifenseer immer selbstbewusster auf und gewannen allmählich die Oberhand. Dass wiederum Unholz nach einem Freistoss von Sasa Fikic nach einer Stunde gar das 3:2 gelang, vermochte zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht mehr überraschen.

Dass Greifensee danach gegen den – nun ehemaligen – Tabellenführer bis zum Ende nicht mehr allzu arg in Bedrängnis geriet, verblüffte dann schon eher.

Er habe immer gewusst, dass der FCG in dieser Gruppe jeden schlagen könne, sagte Schaich nach dem Coup. «Und seit dem Sieg gegen Glattbrugg glauben wir auch wirklich wieder daran.» Allerdings gelte es nun, den Ball flachzuhalten und weiterzukämpfen. «Wir haben jetzt einfach zweimal gewonnen – nicht mehr und nicht weniger», so der Assistenzcoach.

Gossau siegt, Rüti verliert

Den sogar bereits dritten aufeinanderfolgenden Sieg feierte der FC Gossau beim 3:1 bei Phönix Seen. Dabei waren die Oberländer schon in der allerersten Minute in Rückstand geraten. Sie fanden danach aber immer besser ins Spiel und kamen dank Tiago Alves gegen Ende des ersten Abschnitts nach einem Standard zum Ausgleich.

Nach der Pause führte eine sehenswerte Kombination gar zum 2:1, das Lukas Müller per Kopf erzielte. Weil der FCG in der Folge bei seinen Konterchancen die Genauigkeit vermissen liess und sich die Winterthurer heftig gegen die Niederlage sträubten, musste er um die drei Punkte allerdings zittern. Bis Riley Christen in der letzten Minute alles klarmachte für die Gossauer, die weiterhin als Co-Leader grüssen.

Weiter unter dem Strich platziert ist dagegen der FC Rüti. Angesichts der Tatsache, dass sie nach einem Notbremsefoul von Federico Sosa bereits nach einer Viertelstunde dezimiert wurden, schlugen sich die Rütner beim 2:3 gegen Kloten aber wacker.

In der ersten Hälfte vermochten sie dank eines Tors von Taulant Syla und einem direkt verwandelten Freistoss von Edon Sejdiu gleich zweimal einen Rückstand aufzuholen. Und auch nach dem dritten Gegentreffer kamen sie dem Ausgleich einige Male nahe. Zu Punkten reichte die gute kämpferische Leistung aber nicht.

Schaffhausen 2 - Greifensee 2:3 (2:1). – Tore: 26. 1:0. 33. 2:0. 37. Unholz 2:1. 47. Mercurio 2:2. 59. Unholz 2:3.

Rüti - Kloten 2:3 (2:2). – Tore: 16. 0:1. 20. Syla 1:1. 35. 1:2. 45. Sejdiu 2:2. 54. 2:3.

Phönix Seen - Gossau 1:3 (1:1). – Tore: 1. Yildiz 1:0. 40. Alves 1:1. 55. Müller 1:2. 90. Christen 1:3.

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