Beim FC Rüti ist die Zuversicht zurück
Oberländer Zweitligist
Steigt der FC Rüti in die 3. Liga ab? Es ist ein realistisches Szenario. Mit Aykut Ugras als neuem Sportchef soll die Talfahrt gestoppt werden.
Die Leistungen des FC Rüti zum Ende der Vorrunde waren desolat. Zuerst gab es auf der heimischen Schützenwiese ein 0:6 gegen Seuzach, dann ein 1:7 gegen Wiesendangen. Es sind alarmierende Resultate für die über viele Jahre für offensiven Spektakelfussball stehenden Oberländer. Es droht dadurch der Sturz in die 3. Liga, wo sie zuletzt vor elf Jahren spielten.
Rüti im freien Fall? Verlässt noch jemand aus dem kleiner werdenden harten Kern an Führungsspielern den Tabellenzwölften der Gruppe 2? Oder gibts sogar einen Wechsel an der Seitenlinie? Alles schien aufgrund der jüngsten sportlichen Fahrtrichtung möglich. Die beiden letzten Fragen sollten nun zumindest ausgeräumt sein.
Für die Vereinsverantwortlichen ist eine Trennung von Trainer Ursal Yasar kein Thema. Als Hauptgrund für die sportliche Misere wird das viel zu dünne Gerüst an gestandenen Spielern ausgemacht. Dem Abhilfe schaffen soll nun mit Aykut Ugras ein neuer Sportchef. Er ersetzt in dieser Funktion den abtretenden David Cardoso.
Von sich aus gemeldet
Berührungspunkte zum FCR hatte Ugras bis anhin keine. «Ich bin ganz einfach fussballbesessen und war auf der Suche nach einem neuen Projekt», sagt Ugras, der sich selbst beim Verein gemeldet hatte. Und nach Gesprächen mit Präsident Roger Simonelli und Cardoso zum Ende des Jahrs 2023 wurde das Engagement schnell offiziell.

Tatsächlich könnte sich Ugras für Rüti als Glücksfall erweisen. Der in Tuggen lebende 31-Jährige gilt in der Szene als gut vernetzt und könnte in seiner Rolle mit einigen substanziellen Wintertransfers für mehr Kadertiefe im Team sorgen.
Wie nötig diese ist, zeigte sich im Herbst, wo die Leistungsträger Harbin Osmani und Esmir Rastoder weitgehend ausfielen und in der Offensive die Verantwortung noch mehr auf den Schultern von Captain Taulant Syla lastete. «Ich muss gefühlt überall sein», sagte dieser nicht von ungefähr. Ohne seinen im Sommer zum Erstligisten Tuggen gewechselten jüngeren Bruder und Torgaranten Edison konnte es aber selbst er nicht mehr richten.
Wir wollen drei oder vier Spieler holen – idealerweise für jeden Mannschaftsteil.
Aykut Ugras, neuer Sportchef beim FC Rüti
Für Neo-Sportchef Ugras, der seine eigene Karriere aus Verletzungsgründen früh beenden musste, ist klar: «Wir wollen drei oder vier Spieler holen – idealerweise für jeden Mannschaftsteil. Damit hätten wir wieder ein schlagkräftiges Team beieinander, und es würde mehr Konkurrenzkampf entstehen.» Nennenswerte Abgänge sollte es im Kader nämlich keine geben.
Bis Ende Februar liefern
Viel Zeit, die in Not geratene Rütner Zweitliga-Equipe aufzurüsten, bleibt Ugras allerdings nicht. Lediglich bis Ende Februar dauert die Wechselfrist.
Und Ugras kann im Unterschied zu seinen früheren Wirkungsstätten bei Linth 04 und Thalwil – wo er einst eine ähnliche Position innehatte – in den Gesprächen mit möglichen neuen Spielern keine monetären Argumente ins Feld führen.
Für ihn kein Problem. Jene Seite des Amateurfussballs habe er gesehen, bekräftigt er.

Einer der Neuen könnte Edison Syla sein. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der 31-fache Meisterschaftstorschütze der Vorsaison nach nur einem halben Jahr in der 1. Liga – und trotz regelmässigen Einsätzen – bereits wieder nach Rüti heimkehren möchte. Beim FC Tuggen will man aber dem 28-Jährigen offenbar nur bei adäquatem Ersatz die Freigabe erteilen.
Die mögliche Rückkehr von Edison Syla könnte Signalwirkung auf weitere potenzielle Neuverpflichtungen haben.
Ugras selbst hofft, zeitnah die ersten personellen Erfolgsnachrichten bekannt geben zu können – idealerweise bis zum 16. Januar. Dann starten die Rütner in die Vorbereitung zur zweiten Meisterschaftshälfte.
