Deshalb wird Grillone beim FC Greifensee nur Chef auf Zeit
Bereits vor drei Jahren war der FC Greifensee nach der Vorrunde in derselben Situation. Felix Bollmann trat damals von seinem Posten zurück. Für Ihn übernahm Bruno Schyrr – eine über die Region hinaus bekannte Trainer-Persönlichkeit.
Doch weshalb baut der Zweitligist dieses Mal für die Rückrunde nur auf eine Interimslösung – und macht den Co-Trainer zum Chef? Es ist die Frage, die man sich unweigerlich stellt.
Grillone hegt keine Ambitionen
Traut man Assistent Raffaele Grillone die Rolle nach dem vorzeitigen Abgang von Drazenko Lakic nicht so richtig zu?
«Basierend auf unserer Strategie haben wir ein klares Anforderungsprofil, und einfach nicht die entsprechende Lösung gefunden. Dieser Trainer war nicht verfügbar», sagt Sportchef Rolf Imhof.
Dieser müsse idealerweise im Juniorenspitzenfussball tätig gewesen sein und auch den Breitenfussball kennen.
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20.11.2021

Quiz zum Ende der Vorrunde
Sie haben die Oberländer Teams ligaübergreifend in dieser Saison genau verfolgt? Beitrag in Merkliste speichern Grillone selbst, zuletzt in der Saison 2018/19 beim FC Wetzikon 2 (3. Liga) leitender Trainer, hatte von Beginn weg keine Ambitionen auf den Chefposten. Für ihn war deshalb klar, dass er für diese Position höchstens auf Zeit zur Verfügung stehen würde.
Der 53-Jährige fühlt sich wohl in seiner ursprünglichen Rolle des Assistent.
Bernet – die Ausbildungskoryphäe
Und abwegig ist auch die Lösung mit Marco Bernet als unterstützende Kraft nicht. Der 63-Jährige erarbeitete seit 2020 bereits ein Konzept für die Juniorenabteilung im FCG, um die Ausbildung im Nachwuchs nachhaltig zu verbessern.
Es ist Bernets Spezialgebiet. Beim FC Zürich hatte er einst die Juniorenabteilung um- und aufgebaut, und wurde später sogar Technischer Direktor. Nach seiner Zurückstufung verliess er im Sommer 2014 dann den Stadtverein.
Bernet machte sich selbstständig und entwickelt seither individuell geschneiderte Ausbildungsphilosophien für den Kinder- und Nachwuchssport. So wie beim FC Greifensee oder dem FC Dübendorf, den er in der Region ebenso betreut.
«Raffi ist der Cheftrainer. Er kennt das Team und kommt auch gut an.»
Marco Bernet
Beim FCG kehrt er nun verstärkt für einige Monate auf den Rasen zurück. Bernet wird dabei den Hauptteil der Trainings leiten, währenddessen Grillone bei den Spielen die Leitung inne hat. «Raffi ist der Cheftrainer. Er kennt das Team und kommt auch gut an», sagt Bernet.
In Greifensee erhofft man sich einiges durch die Verpflichtung von Bernet. «Sein Wissen ist riesig. Und er arbeitet mit den aktuellsten Trainingsmethoden», sagt Sportchef Imhof. Gerade die Jungen könnten dadurch profitieren.
Die neue, temporäre Lösung gibt dem Verein zudem Zeit, für die kommende Saison einen Trainer zu finden, der ins Schema des FCG passt.
