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Ohne die Alten geht es in der Region nicht

Neben Aufstiegsfavorit Uster blicken auch Dübendorf, Gossau und Greifensee auf eine gute erste Saisonhälfte in der 2. Liga zurück. Das Erfolgsrezept des Trios: eine routinierte Achse.

Beim FC Dübendorf seit Jahren federführend: Ali Hoti., Die Alten können es immer noch: Die Gossauer Routiniers freuen sich über ein Tor.

Archivfoto: Christian Merz

Ohne die Alten geht es in der Region nicht

«Der Totomat entlässt die Trainer, nicht ich.» Es ist eine legendäre Aussage von Christian Con­stantin, dem langjährigen Präsidenten des FC Sion. Über 50 Trainer jagte er schon vom Hof.

In der 2. Liga gibt es zwar keinen Totomaten, und doch ist die Erwartungshaltung gerade beim ständig in eine höhere Spielklasse schielenden FC Uster gross. «Ich will mir nicht vorwerfen, mit der Entscheidung zugewartet zu haben», sagte FCU-­Sportchef Roland Leemann nach der dritten Niederlage, durch die der Gruppenfavorit auf Platz 4 rutschte. Trainer Ursal Yasar musste deshalb seinen Posten unmittelbar nach Spielschluss räumen.

Leemann sollte mit seinem Handeln zumindest kurzfristig recht bekommen. Die Ustermer entschieden die letzten beiden Partien für sich und haben damit zur Saisonhalbzeit als Tabellenzweiter die beste Ausgangslage von allen Klubs aus der ­Region.

Und doch wurde der Entscheid bei der Konkurrenz mit Verwunderung aufgenommen. «Wenn du in der Spitzengruppe bist und als Trainer entlassen wirst. So etwas kam für mich überraschend», sagt Gossaus Coach Andreas Häsler. An der Ausgangslage für die zweite Meisterschaftshälfte ändert sich aber sowieso nichts. «Von der Qualität her könnte es für Uster reichen», glaubt er.

Zurück zu alter Stärke

Neben Uster haben sich mit Dübendorf, Gossau und Greifensee weitere Teams aus der Region im oberen Tabellenfeld positioniert. Auffällig dabei: Das Trio baut seit Jahren auf einen Kern von erfahrenen Spielern.

«Man braucht eine routi­nierte Achse», sagt dazu Dübendorfs Präsident Markus Herzog. Beim FCD steht und fällt in der Offensive weiterhin ganz viel mit Daniel Angliker und Ali Hoti. Und ganz vorne weiss Marko Marjanovic noch immer, wo das Tor steht. Das eigentliche Phänomen ist aber Orhan Cavgin, der selbst im Alter von 44 noch in sämt­lichen Partien für die Glattaler zum Einsatz kam.

Für Klubchef Herzog haben aber auch die vornehmlich vom Nachbarn Volketswil dazugestossenen Neuen ­einen wesentlichen Einfluss am guten Verlauf der Vorrunde. «Der frische Wind hat das Gesamtgefüge gestärkt», ist er überzeugt.

Tatsächlich wurde der FCD erstmals seit dem Abstieg aus der 2. Liga interregional (2019) wieder seinem Renommee gerecht. Als einziger Klub der Gruppe 2 musste er sogar nur einmal als Verlierer vom Feld. «Wir wollen oben ein Wort mitreden», sagt Herzog und blickt zuversichtlich nach vorne. Nicht zuletzt, weil auch einige der Langzeitverletzten bis zur Rückrunde wieder einsatzfähig sein sollten.

Einmal mehr Mittelmass

Noch bis auf Platz 5 vorstossen könnte der FC Greifensee mit ­einem Sieg im Nachtragsspiel gegen Töss. Er ist damit einmal mehr im Soll – oder ganz einfach Mittelmass wie eh und je. Seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2011 klassierte sich der FCG nämlich in der Endabrechnung immer irgendwo zwischen Rang 5 und 9. Und doch wartet auf den Verein in der Winterpause einiges an Arbeit.

Trainer Drazenko Lakic wird den Zweitligisten nämlich nach zwei Jahren aus familiären Gründen verlassen. Auf seinen noch nicht bekannten Nachfolger wartet die knifflige Aufgabe, den Umbruch weiter voranzutreiben. Denn fast die Hälfte des gesamten Kaders ist 28 Jahre und älter.

Und dasselbe gilt auch für den FC Gossau, bei dem ausser Torhüter Marc Fankhauser, Neuzuzug Youssouf Ouattara und Mario Limata kaum ein Junger eine tragende Rolle im Gefüge einnimmt. Trainer Häsler ist sich dieser Situation bewusst und sagt: «Wir sind dran – und haben deshalb auch unlängst vier junge Spieler nachgezogen.»

Das Rütner Versprechen

Ganz andere Sorgen haben Rüti, Volketswil und Brüttisellen-Dietlikon. Bei diesem Trio geht es im Frühling ums blanke Überleben.

Die ganz grosse Enttäuschung ist Interregio-Absteiger Rüti. Von Verletzungen gebeutelt, muss er aufpassen, nicht noch in die 3. Liga durchgereicht zu werden. Selbst wenn Trainer Shaip Krasniqi schon gebetsmühlenartig verspricht, in der Rückrunde werde wieder ein ganz anderer FC Rüti zu sehen sein.

Volketswil genoss derweil nach dem Aufstieg, Nebengeräuschen und vielen Spielerwechseln als Folge davon ohnehin wenig Kredit. Umso überraschender verlief der Start in der neuen Umgebung. Allerdings ging dem FCV je länger, je mehr die Luft aus. Die letzten vier Partien gingen verloren, sodass er unter dem Abstiegsstrich überwintern muss.

Bleibt Schlusslicht Brüttisellen-Dietlikon, dem wohl mittlerweile nur noch ein Wunder helfen kann. Viel realistischer ist aber, dass der FCB im nächsten Sommer nach vier Jahren wieder in der 3. Liga spielt.

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