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Fertig «Grümpelturnier» beim FC Uster

Findet der FC Uster nach dem Trainer-Knall in die Spur? Eine erste Antwort gibt das Spitzenduell der Zweitliga-Gruppe 2 vom Mittwoch.

Gegen Gossau erlitt der FC Uster eine seiner drei Saisonniederlagen – daran konnte auch Florentino Da Silva nichts ändern.

Archivfoto: Christian Merz

Fertig «Grümpelturnier» beim FC Uster

Es ist ein gängiges Ritual, wenn es nicht läuft. Spieler und Staff treffen sich zu einem Krisengespräch. So auch beim FC Uster an diesem Montagabend. Der Gruppenfavorit hatte zwei Tage vorher gegen Phönix Seen denk­würdig 4:5 verloren.

Sportchef Roland Leemann («Das war ein Grümpelturnier») mochte da nach der dritten Saisonnieder­lage und erneut zu vielen Gegentoren nicht mehr länger zusehen – und entliess Ursal Yasar unmittelbar nach Spielschluss. Er sagt: «Mir fehlten schon einige Wochen lang die Impulse des Trainers.»

Interne Kritik holte sich der Ex-FCZ-Profi zudem ein, wenn er einzelne Spieler eine Hälfte lang aufwärmen liess, ohne sie einzusetzen. Und sein Handeln auch selten erklärte.

Die alleinige Schuld Yasar zuzuschreiben, das wäre für Leemann aber dennoch unangebracht. «Die Mannschaft steht in der Pflicht», ist für ihn klar. Am Montag wurde diesbezüglich nun mit der untereinander offen geführten Diskussion ein erster Schritt gemacht.

Nichts wissen will Leemann von einem personellen Schnellschuss an der Seitenlinie. Betreut wird das Team in den beiden letzten Partien der Vorrunde nämlich von den bishe­rigen Assistenztrainern Da­niele Demasi und Oscar Barreiro. 

Gemeinsam verteidigen

Und gefordert ist der FCU bereits am Mittwoch im verschobenen Spitzenkampf gegen den FC Schaffhausen 2. Der formstarke Tabellendritte verlor letztmalig vor zwei Monaten – und er­reichte seither sechs Siege und zwei Remis.

«Gemeinsam als Team verteidigen und die indivi­duellen Fehler abstellen.» Das ist für Captain Robin Steinmetz nötig, um wieder konstant in die Spur zu finden.

Denn unbestritten ist auch: Das aktuelle Ustermer Team ist das begabteste seit dem Abstieg aus der 2. Liga inter­regional im Jahr 2019. Gerade für die Offensive ist auf diese Saison hin nochmals viel individuelle Qualität dazugekommen. Sogar zu viel, sodass einige dieser Spieler sich auf der Bank wiederfinden? «Nein», findet Steinmetz. Eine gewisse Breite sei schliesslich nötig, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.

Nicht ganz so komfortabel ist die Situation in den anderen Mannschaftsteilen, zumal Moritz Nebel, einer der Sommerzuzüge, einzig im September beim tra­ditionellen Drei-Städte-Turnier das Ustermer Trikot trug.

Sein Debüt in der Meisterschaft ist erst für den Frühling vorgesehen. Nur: Der einst bei Augsburg in der 2. Bundesliga zum Einsatz gekommene Mittelfeldspieler hätte in den letzten Wochen als Führungsfigur dem FCU gutgetan. Denn gerade die markigen Niederlagen gegen Wiesendangen (2:5) und Phönix Seen zeigten auf, dass im Kader zwar viel Talent drinsteckt, echte Leader aber eher rar gesät sind. 

Ein begehrter Trainerjob

«Ich erwarte, dass sich jeder Spieler selbstkritisch hinterfragt, was er besser machen kann», sagt Sportchef Leemann nicht von ungefähr. Er selbst erhielt nach der Freistellung von Yasar angeblich um die 20 Bewerbungen auf die frei gewordene Trainerstelle. Ob sich aber darunter bereits der Nachfolger von Yasar befindet, scheint trotzdem eher fraglich. 

Ein möglicher Kandidat ­könnte dafür der Volketswiler Luca Radice sein. Der langjäh­rige Profi (unter anderem Winterthur) war schon im Sommer als Spieler ein Thema und dürfte es nun womöglich in einer anderen Funktion erneut werden. Vor ­allem, weil er in dieser Saison beim Promotion-League-Klub Rapperswil-Jona bisher nur zu drei (!) Einsatzminuten kam.

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