Er ist kein lauter Anführer. Viel mehr geht der Pfäffiker Profi Granit Lekaj mit seiner körperlichen Präsenz und Aggressivität auf dem Platz voraus – und in die Zweikämpfe.
Beides ist auch am Mittwochabend beim Drei-Städte-Turnier in Uster spürbar, wo der Innenverteidiger des FC Winterthur im zweiten Spiel gegen die Grasshoppers zum Einsatz kommt. Der Challenge-League-Klub ist bei der 0:2-Niederlage (siehe Box) schnell im Hintertreffen. Lekaj lässt sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen – und kann sie auch einordnen. «Es geht an einem solchen Turnier darum, dass die Spieler, welche zuletzt wenig Einsatzzeit hatten, zu Minuten kommen», sagt er.
Seit 2018 steht Lekaj beim FCW unter Vertrag. Auf diese Saison hin ist er als neuer Captain in der Hierarchie noch weiter aufgestiegen. Der Oberländer ist mit seinem Auftreten so etwas wie ein Gegenentwurf seines zurückgetretenen Vorgängers Davide Callà, der mit seiner volksnahen, extrovertierten Art auffiel – und als eigentliche Winterthurer Legende bezeichnet werden kann.
Und dennoch: Lekajs Wahl ist keine Überraschung. Über 300 Einsätze bestritt er in der Challenge League – nur vier Schweizer Fussballer liefen bisher öfters in der zweithöchsten Liga auf. Keiner davon spielt mittlerweile mehr auf dieser Stufe. Der in Brüttisellen lebende Lekaj dürfte also noch den einen oder anderen von dieser Liste überholen. Auch deshalb, weil er mit 31 noch nicht ans Aufhören denkt. «Solange ich gesund bleibe, will ich weiter spielen», sagt er.
Der noch unerfüllte Traum

