Rückschritt statt Weiterentwicklung
Zweimal führte der FC Weisslingen, zweimal musste er wieder den Ausgleich einstecken. Und so war am Sonntagmittag nach dem 2:2-Remis gegen Wald schnell klar – das war es. Die Weisslinger müssen nach sieben Saisons wieder in die 4. Liga.
Für Vizepräsident Olaf Irrgang, der das Team gemeinsam mit Sportchef Daniel Haag in diesem Frühling ad interim betreute, war schon im Vorfeld klar: «Ohne einen Sieg in der Finalissima wird es nicht reichen.» Er sollte recht behalten. Zwar verlor Männedorf 2 beim Aufsteiger Meilen (0:1), nur konnte Zollikon, das bisherige Schlusslicht der Gruppe 6, noch vorbeiziehen.
«Gerade bei den jungen Spielern ist im ersten Moment eine Welt zusammengebrochen», sagt Irrgang. Vor allem da in der Schlussphase noch eine Grosschance ungenutzt blieb.
Und dennoch: Das Vorstandsmitglied blickt positiv nach vorne. Er hat in den letzten Wochen als Trainer eine charakterstarke Mannschaft auf dem Rasen erlebt. Deshalb ist für ihn klar: «Wir werden in der kommenden Saison wieder eine schlagkräftige Truppe zusammenhaben.»
Kurze Ära mit Paco Sanchez
Der Abstieg kommt allerdings auch nicht aus dem heiteren Himmel. Bereits in der letzten abgebrochenen Meisterschaft lagen die Weisslinger zur Winterpause als Tabellenzehnter nur dank weniger Strafpunkte nicht auf einem Relegationsplatz. Aufwärts sollte es dann mit Paco Sanchez gehen, der mit viel Vorschusslorbeeren und einem Zweijahresvertrag ausgestattet das Team weiterentwickeln sollte.
Nur: Die Liaison mit dem früheren Gossau-, Greifensee- und Wald-Trainer hielt gerade mal eine halbe Saison, ehe es bereits zur vorzeitigen Trennung kam. «Paco ist ein super Fachmann, und wir wollten die Gelegenheit nutzen», sagt Irrgang. Rückblickend war Sanchez für den Dorfverein aber dennoch der falsche Mann am falschen Ort.
Einen nächsten Trainer wollte die Weisslinger Klubführung aber in diesem Frühling nicht verheizen. «Wir bringen diese Saison zu einem guten Ende und stellen die Weichen für einen Neustart im Sommer», sagte Sportchef Daniel Haag.
Nur: Trotz einer guten Vorbereitungsphase reichte es mit den Nothelfern Irrgang und Haag in den drei Partien nur zu zwei Punkten. Und so muss der FCW in der 4. Liga mit einem neuen Trainer wieder Anlauf nehmen.
Zwei weitere Absteiger
Ebenso in den sauren Apfel beissen müssen Dübendorf 2 und Pfäffikon 2 in der Gruppe 3. Beide Teams, die sich vor Wochenfrist noch gegenseitig die Punkte abknüpften, hätten in der letzten Runde mit einem Sieg die Relegation abwenden können. Der FCD blieb allerdings trotz mehreren Verstärkungen aus der ersten Mannschaft gegen den Racing Club (0:3) chancenlos.
Die Pfäffiker Reserven korrigierten derweil gegen Höngg 2 zwar in der Schlussphase einen 0:2-Rückstand, mussten dann aber doch tief in der Nachspielzeit ein drittes Tor einstecken. Nutzniesser davon ist Regensdorf 2, das so mit dem schlechtesten Punktewert (8) aller Drittletzten in der 3. Liga bleibt.
Kempttal steigt in 3. Liga auf
Der FC Kempttal ist nach zehn Jahren zurück in der 3. Liga. In der letzten Runde der Gruppe 9 musste er sich zwar im Spitzenduell gegen Wiesendangen 2 mit einem 2:2 begnügen. Die punktgleichen Winterthurer verloren aber trotzdem ihre Leaderposition aufgrund von vier gelben Karten. Die Kempttaler konnten so noch wegen der geringeren Anzahl an Strafpunkten vorbeiziehen. Das Ausgleichstor gelang dabei erst in der 84. Minute. (zo)
