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Eine Zäsur nach dem Höhepunkt?

Der FC Volketswil steht vor dem Aufstieg in die 2. Liga. Und doch gibt es Unstimmigkeiten zwischen dem Team und der Klubleitung.

Volktswils Adam Durowicz gegen den Höngger Max Märki., Der Vertrag mit Trainer Alexander Schilling wird nicht verlängert., Wechselt von Dübendorf nach Volketswil: Kevin Hediger (r.).

Archivfoto: Robert Pfiffner

Eine Zäsur nach dem Höhepunkt?

4:2 siegte der FC Volketswil im Spitzenkampf der Drittliga-Gruppe 3 gegen Embrach 2. Ihm reicht damit am Sonntag im letzten Spiel ein Remis beim neuen Tabellenzweiten Herrliberg 2, um ab der kommenden Saison erstmals seit 1997 wieder in der 2. Liga zu spielen.

Unzählige Male hat der FCV seither Anlauf genommen, ist gescheitert und zwischenzeitlich sogar in die 4. Liga abgestürzt. Erst drei Jahre ist es her, seit mit Alexander Schilling als Trainer wieder einmal die Rückkehr gelang und der Verein sogleich wieder grosse Pläne schmiedete. Pünktlich zum 50-Jahr-Jubiläum im Jahr 2021 sollte nämlich endlich der Aufstieg in die 2. Liga gelingen.

«Keiner der Spieler hatte Lust auf ein Bier . »

Alexander Schilling, Trainer FC Volketswil

Diese Zielmarke ist nun tatsächlich so greifbar nah wie schon lange nicht mehr. Und doch herrscht eine eigenartige Stimmung rund um das Volketswiler Drittliga-Team. «Alle sind gleich gegangen. Keiner der Spieler hatte Lust auf ein Bier», beschreibt Schilling die Szenerie nach dem letzten Spiel.

Grund für die Verstimmung sind Diskrepanzen zwischen zumindest einem Teil der Mannschaft und der neu gewählten Klubführung um Präsident James Frei.

Lange im Ungewissen

Erst ein paar Wochen ist es her, seit diese bekannt gab, den Vertrag mit Schilling nicht mehr zu verlängern. Von einer einvernehmlichen Trennung ist die Rede. «Sie ist durch den Wunsch nach einem frischen Wind und unterschiedlichen Vorstellungen in der klubinternen Zusammenarbeit entstanden», sagt Vizepräsident Marco Müller.

Schilling stört sich nicht am Entscheid, sondern vor allem an der Hinhaltetaktik. «Es ist schade, was in den letzten Wochen kaputtgemacht wurde», nimmt der 51-Jährige kein Blatt vor den Mund. Er glaubt auch, dass deshalb einige Spieler den Verein verlassen könnten. Erst auf Druck von Team und Trainer habe der Klub seine Ideen – und das neue Trainergespann – präsentiert.

Derweil betont Müller: «Die Entscheidung mit dem Trainerwechsel ist uns keineswegs leichtgefallen. Wir sind aber der festen Überzeugung, dass dieser Schritt den Verein nochmals weiterbringen wird.»

Marda/Hediger übernehmen

Mit Sebastian Marda (30) und Kevin Hediger (27) setzt der FC Volketswil inskünftig auf ein junges Duo. Marda assistierte Luigi De Donno beim damaligen Interregio-Klub Dübendorf in der Saison 2018/2019. Teil des Teams war auch Hediger, der bis heute als Spieler im Kader der Glattaler steht. «Sie bringen viel Erfahrung aus dem Halbprofi- und Amateurfussball mit», sagt Vorstandsmitglied Müller zum Entscheid.

Gut möglich scheint auch, dass mit dem Engagement von Marda und Hediger weitere Dübendorfer Fussballer den Weg in den Griespark finden könnten. Mit Thierry Ursprung und Kelly Jäggli waren schliesslich schon auf Anfang 2020 zwei Identifikationsfiguren vom FCD nach Volketswil gewechselt.

«Eine grosse Fluktuation wird es nicht geben . »

Marco Müller, Vizepräsident FC Volketswil

«Es wurden keine Ansprüche bezüglich Neuverpflichtungen gestellt – insbesondere hinsichtlich Dübendorf», relativiert Müller. Ziel ist es ohnehin, den Grossteil der Mannschaft zusammenzuhalten. «Eine grosse Fluktuation wird es nicht geben», ist sich der frühere FCV-Goalie Müller sicher.

Die neue Volketswiler Führung gibt sich sichtlich Mühe, gegen aussen die Wogen zu glätten und Transparenz zu schaffen. Immer wieder hatten in der Vergangenheit auch Gerüchte von Zahlungen an die Spieler der ersten Mannschaft die Runde gemacht.

«Es werden keine Lohnzahlungen getätigt», sagt Müller. Er spricht in diesem Zusammenhang von «Goodies» an die Spieler, die der Erlass des Mitgliederbeitrags oder eine kleine Aufstiegsprämie sein kann. «Sie sind für alle Spieler gleich definiert und werden grösstenteils durch die Unterstützung des Business Clubs Gries ermöglicht.»

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