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Darum muss der FC Rüti sofort liefern

Kann der FC Rüti seine Heimschwäche in der 2. Liga interregional nicht ablegen, droht der Abstieg.

Der FC Rüti – hier beim 2:5 gegen Wil 2 – blieb in der Vorrunde auf der Schützenwiese erfolglos., Thomas Weller wird nicht mehr für den FC Uster auflaufen.

Archivfoto: Christian Merz

Darum muss der FC Rüti sofort liefern

Er macht keinen Hehl daraus, was er von einer Meisterschaftswertung mit Auf- und Absteigern hält. «Es ist nicht fair», findet Shaip Krasniqi.

Rütis Trainer hat auch guten Grund dafür. Wegen des späten Re-Starts können nur noch die ausstehenden Partien der Vorrunde nachgeholt werden. Der Interregio-Drittletzte der Gruppe 6 steht gehörig unter Druck. Vor allem, weil für ihn im Gegensatz zur direkten Konkurrenz nur noch zwei Partien anstehen. «Wir geben alles, dann bleiben wir auch oben», ist Krasniqi überzeugt.

Zu einem eigentlichen Endspiel wird dadurch bereits die Heimpartie vom Sonntag gegen den direkt über dem Abstiegsstrich klassierten FC Bazenheid. Alles andere als ein Sieg wäre für die Oberländer zu wenig.

Nur: Die bisherige Bilanz auf der Schützenwiese ist ernüchternd. Aus fünf Partien resultierten lediglich zwei Punkte.

Platz 11 reicht vielleicht

Ohne ein Rütner Heimerfolg würde die Luft sehr dünn werden. Denn selbst ein Sieg in der letzten Partie auswärts gegen Chur könnte dann nicht reichen.

Immerhin: Verbleibt der FC Rüti in der Endabrechnung auf dem 11. Platz, gibt es für ihn einen Strohhalm. Denn für einmal steigen nur die drei schlechtesten Drittletzten der sechs Interregio-­Gruppen ab. Diese werden durch einen Punktekoeffizienten errechnet.

Überhaupt: Dass der FCR in der 2. Liga interregional verbleibt, ist auch im Interesse der Zweitligisten aus der Region. Steigen nämlich mehr als zwei Klubs aus dem Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) ab, hat dies auch Konsequenzen auf das Ergebnis in der 2. Liga.

Und tatsächlich ist dies kein unwahrscheinliches Szenario. Neben den quasi gesetzten Adliswil und United Zürich befinden sich noch fünf weitere FVRZ-Teams aus den Gruppen 5 und 6 in der Gefahrenzone.

Die halbe Liga zittert

Wegen der zusätzlich möglichen Absteiger sind in der Gruppe 2 deshalb aus der Region auch Greifensee, Dübendorf und Brüttisellen-Dietlikon noch nicht ganz ohne Sorgen.

Befreit kann so eigentlich nur das Top-Quartett, zu dem auch Gossau und ­Uster zählen, die letzten Partien angehen. Derweil sind für Effretikon und Wetzikon die Chancen auf den Klassenerhalt aufgrund des erheblichen Rückstands eigent­lich nur noch von theoretischer Natur.

Volketswil kann es richten

Auch eine Etage tiefer ist für Spannung gesorgt. So hat es der FC Volketswil als Leader der Gruppe 3 in den eigenen Füssen, den langersehnten Aufstieg zu realisieren. Allerdings trifft er in den beiden letzten Spielen ausgerechnet auf die direkten Konkurrenten Herrliberg 2 und Embrach 2.

Für den FCV wäre es nach fast unzähligen Versuchen eine Rückkehr in die 2. Liga – nach 24 Jahren.

Pfäffikon hingegen, in der ­abgebrochenen letzten Saison Wintermeister und damit ein ­ebenso heisser Kandidat, kann in der Gruppe 6 nicht mehr in den Titelkampf miteingreifen.

Der stille Abgang des Wandervogels

Er ist seit unzähligen Jahren eine der schillerndsten Figuren im Amateurfussball in der Region. Die Farben von 17 verschiedenen Vereinen trug Thomas Weller – bei einigen heuerte er sogar mehrfach an. «Ich wollte eigentlich nie ein Wandervogel sein und wurde es trotzdem. Es ergab sich halt immer etwas Besseres», sagte er unlängst.

Mit fast 40 dann der Wechsel zum FC Uster. Zur erhofften grossen Attraktion wurde der Allrounder mit Super-League-Erfahrung (St. Gallen, Schaffhausen) beim Zweitligisten aber nie. «Da war auch Pech dabei», sagt FCU-Sportchef Roland Leemann.

Ein Platzverweis mit Folgen

Tatsächlich: Zuerst wurde die Saison 2019/2020 Corona-bedingt abgebrochen, dann handelte sich Weller im Juli bei seinem ersten Testspiel-Einsatz nach 38 Minuten eine rote Karte ein. Es war ein Platzverweis mit folgenschweren Konsequenzen. Gleich fünf Sperren wurden ihm aufgebrummt. Erst Mitte September gab er deshalb sein Pflichtspieldebüt für Uster. Weitere drei Meisterschaftsspiele später war aber schon wieder Schluss wegen einer Verletzung. 

Und mittlerweile ist auch klar: Weller wird beim FC Uster in den anstehenden Nachtragspartien aus der Vorrunde nicht mehr zum Einsatz kommen und den Verein verlassen. Ein Grund für den vorzeitigen Abgang ist womöglich auch, dass die drei verbleibenden Partien zu wenig sind, um die Hypothek von sechs Punkten auf Leader SV Schaffhausen aufzuholen. 

Flirt mit Luca Radice

Den Blick nach ganz oben richtet der FCU sicher wieder zur neuen Saison. Gerne hätte er etwa den langjährigen Challenge-League-­Profi Luca Radice (u. a. Winterthur) verpflichtet, der aktuell bei Promotion-League-Klub Rapperswil-Jona unter Vertrag steht. Ein mögliches Engagement hat sich mittlerweile aber zerschlagen. Sportchef Leemann ist dennoch zuversichtlich, bald einen erfahrenen Spieler mit ­einem gewissen Renommee präsentieren zu können. Er soll entscheidend dazu beitragen, dass Uster die Rückkehr in die 2. Liga interregional gelingt. (dsc)

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