Der Montag ist lang für Cédric Brunner . Morgens steht der Flug nach München an und spätnachts die Rückreise, die um halb drei Uhr morgens am Trainingszentrum von Arminia Bielefeld endet. Dazwischen liegt das Spiel mit den grossen Emotionen und dem 3:3 gegen den FC Bayern.
Aufgekratzt wirkt der Maurmer am folgenden Nachmittag. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass seine Freundin angereist ist, weil er am Mittwoch Geburtstag hat, den 27. Diese Zahl tönt nicht speziell, aber der Tag fällt mitten in eine Zeit, welche die speziellste ist in seiner ganzen Karriere: Brunner hat das Privileg, die Bundesliga zu erleben.
Vor fünf Monaten hat das Abenteuer in dieser prestigeträchtigen Liga begonnen. Die Arminia war souverän aufgestiegen. Aber gross viel zugetraut wurde ihr danach nichts: Mit 23 Millionen Euro hat sie den kleinsten Etat in der Liga, in dieser Beziehung seien sie, sagt Brunner gar, «meilenweit abgeschlagen».
Dass die Arminia jetzt im Abstiegskampf steckt, überrascht keinen. Aber immerhin steht sie so gut da, dass sie sich realistische Hoffnungen auf den Ligaerhalt machen kann. Sie hat sich auf dem Barrageplatz festgesetzt, getrennt vom ersten Nichtabstiegsplatz nur durch die Tordifferenz gegenüber Hertha Berlin. Ihr Trumpf ist: Sie hat noch ein Spiel weniger ausgetragen. «Wir stehen vernünftig da», sagt Brunner .

