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Fussball

Der FCZ-Innenverteidiger der Zukunft

Er konnte kein Deutsch. Er wusste nichts vom Fussball. Doch er schaffte den Sprung zum FCZ und träumt vom FC Barcelona. Die erstaunliche Geschichte des Ebmatingers Ilan Sauter (19).

Die Bäume werfen in der Septembersonne lange Schatten, am Himmel zieht ein Fischreiher seine Kreise, im Hintergrund glänzt der Greifensee in karibischem Grün. Ilan Sauter kommt auf die Minute pünktlich zum Interviewtermin auf der Sportanlage Looren in der Gemeinde Maur – mit dem Fahrrad: «Für die Autoprüfung hats zeitlich noch nicht gereicht. Aber ich arbeite dran.»

Sauter lacht herzhaft. An diesem Morgen ist er trainingsfrei. Am Nachmittag nimmt er den Zug in Richtung Osten, um mit der ersten Mannschaft des FC Wil zu trainieren. Beim ambitionierten Challenge-League-Klub will Sauter Spielpraxis und Erfahrungen sammeln: «Nur, wer regelmässig zum Einsatz kommt, kann sich verbessern», sagt er und nimmt einen Schluck Wasser aus der PET-Flasche.

Am letzten Samstag bestreitet er das erste Pflichtspiel mit seinem neuen Klub – und erlebt im Schweizer Cup beim FC Aarau alle Höhen und Tiefen. Im Penaltyschiessen trifft er mit bemerkenswerter ­Abgeklärtheit zum 1:1. Seine Leistung ist gut. Doch weil der Aarauer Torhüter zwei Wiler Schüsse pariert, bleibt für Sauter gleichwohl nur die Rolle des Gratulanten: «Das ist bitter», sagt er.

«Ilan ist ein Spieler, wie man ihn heute sucht: für sein Alter schon erstaunlich abgeklärt und mit echten Führungsqualitäten.»
Albert Hohl, FCZ-Nachwuchstrainer

Doch das Cup-Aus soll nur ein Intermezzo auf dem Weg nach oben sein. Seine früheren Trainer aus der Nachwuchsabteilung des FC Zürich prophezeien ihm eine grosse Zukunft. Albert Hohl kennt Sauter seit dessen Zeit bei der U14 des Stadtklubs: «Ilan ist ein Spieler, wie man ihn heute sucht: für sein Alter schon erstaunlich abgeklärt und mit echten Führungsqualitäten.» Hohl lobt das Kopfballspiel, das Antizipationsvermögen, die Übersicht und das Verständnis für den Spielaufbau: «Ilan spielt zwar auf der Position des Innenverteidigers. Doch eigentlich ist er ein Quarterback, der die Angriffe aus der Defensive einleitet.»

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