Für Theo Widmer bedeutete Corona auch Stress: Als Leiter der Technischen Abteilung im Fussballverband der Region Zürich (FVRZ) und als Vereinsunterstützer des Verbands war der Pfäffiker vor allem zu Beginn der Krise und nach den ersten Lockerungen stark gefordert. «Wir haben den Vereinen Ideen und Informationen vermittelt, erstellten Schutzkonzepte und beantworteten Fragen», sagt Widmer.
Theo Widmer, wie gut haben die Klubs aus der Region die Krise überstanden?
Theo Widmer: Grundsätzlich sind viele mit einem blauen Auge davongekommen. Nicht, was das Emotionale anbelangt, da traf der Saisonabbruch alle hart. Aber in finanzieller Hinsicht. Natürlich sind den Klubs Einnahmen entgangen, aber sie haben auch weniger ausgeben müssen: Keine Schiedsrichterspesen, keine Verbandsgebühren – das kann in einem grösseren Verein ein paar Tausend Franken ausmachen.
Gibt es auch Ausnahmen? Klubs, die akut in Existenznot gerieten?
Ich weiss von keinem. Natürlich gibt es Klubs, die es härter traf – für solche war die Soforthilfe des Kantons sehr wichtig. Und in vielen Vereinen war grosse Solidarität spürbar. Viele Trainer verzichteten auf ihre Spesen oder zumindest auf einen Teil davon.
«Vielleicht müsste man die Krise als Anlass nehmen, sich zu überlegen: Macht es wirklich Sinn, Spieler zu bezahlen?»
Glauben Sie, dass auch Spieler verzichtet haben?
Das ist eine gute Frage. Vielleicht müsste man die Krise als Anlass nehmen, sich zu überlegen: Macht es wirklich Sinn, Spieler zu bezahlen? Soll man wirklich mit Spielern zusammenarbeiten, die darauf nicht verzichten können? Ich kann auch die Höhe von einigen Trainersalären im Amateurfussball nicht verstehen. Ich hoffe schon, dass man sich da Gedanken macht. Sparpotenzial gibt es da sicher – wie auch im Profifussball.

