Die Assoziationen sind schnell da. Fussball und Schmerzmittel – das schreit nach saloppen Bildern. «Pillenkick», «Hau rein die Pille», «Gib mir die Pille» – so und ähnlich lauteten die Titel in deutschen Medien. Dort, wo die Pille eben auch der Ball ist, gelangte das Thema Schmerzmittel im Fussball (wieder) an die Oberfläche (mehr dazu in der Box nach dem Interview).
Die Berichterstattung der ARD-Dopingredaktion und des Recherchezentrums Correctiv im Juni hatte eine klare Tonalität: Der Fussball hat ein Schmerzmittelproblem – auch in Amateurligen. Beispiele wurden aufgezeigt von Amateurfussballern, die chronische Verletzungen davontrugen, Spieler sprechen darüber, dass sie nur die Schmerzen und nicht die Ursache bekämpften.
Der Ustermer Sportpsychologe Hanspeter Gubelmann spricht im Interview über die Problematik und sagt, wo er Lösungsansätze sieht.
Hanspeter Gubelmann, überraschen Sie die Ergebnisse der «Pillenkick»-Recherche?
Hanspeter Gubelmann: Der Umstand, dass Schmerzmittel verbreitet eingesetzt werden, überrascht mich nicht. Erstaunt haben mich das hohe Mass an Schmerzmittelmissbrauch und die Selbstverständlichkeit, mit der Schmerzmittel eingenommen werden.

