Der FC Uster steht bereits vor dem abschliessenden Spiel in Dübendorf als Absteiger fest. Wie gross ist der Frust?
Natürlich hätten wir es lieber gehabt, wenn es in diesem Derby noch um etwas gegangen wäre. Aber das 0:1 im letzten Spiel gegen die Blue Stars war symptomatisch: Wir hätten dort Punkte holen können, wie so oft in dieser Saison. Wir haben während der Saison viele Komplimente bekommen. Kampf und Einsatz stimmten – aber es fehlte der Spieler, der 15 Tore schiesst.
Trainer Fabio Digenti sagte nach der entscheidenden Niederlage gegen die Blue Stars, das Team habe wohl zu wenig Qualität, der Abstieg sei verdient. Pflichten Sie ihm bei?
Nein. Mehrere FCU-Spieler wechseln nun in die 1. Liga, da kann es doch kein Qualitätsproblem sein. Wir hatten zu wenig Charakter, zu viele Ferienabsenzen mitten in der Saison, die Trainingspräsenz war unterdurchschnittlich. Wobei: Es gibt auch einige Spieler, die vorbildlich waren und sich gut entwickelt haben. Ein Can Bozkir beispielsweise. Als Abräumer schiesst er sechs Tore.
«Hier gibt es 34’000 Einwohner – und viele wissen gar nicht, dass es den FC gibt.»
FCU-Sportchef Roland Leemann
Kurz vor Saisonstart verliessen fünf Spieler den Klub im Unfrieden. Sie nahmen das damals gelassen hin. Haben Sie die Folgen davon unterschätzt?
Nein, überhaupt nicht. Da hätte keiner den Unterschied ausgemacht. Im Endeffekt spielt es sogar weniger eine Rolle, ob man in der 2. Liga oder in der Interregio spielt: Es muss mit der Mannschaft funktionieren. Ich gehe nicht frustriert in die 2. Liga. Da gibt es viele Derbys.
Die Interregio ist für den FCU gar nicht erstrebenswert?
Was die Reisen und die Zuschauer anbelangt weniger. Uster müsste aber eigentlich das Ziel haben, die 1. Liga anzugreifen. Und da ist die Interregio eine Zwischenstufe.

