Erst sass Dübendorfs Topskorer Cian Derder ruhig auf der Spielerbank, das Gesicht tief in die Handschuhe vergraben. Dann stand er unvermittelt auf, zerstörte seinen Stock an der Betonwand, warf die Trümmerteile fort und trottete Richtung Kabine. Aus dem Frust wurde Wut – so plötzlich wie das Dübendorfer Playoff-Out gegen den EHC Basel am Donnerstagabend kam.
Die Reaktion war noch so verständlich. Denn der EHCD schied nicht aus, weil er das schwächere Team war. Doch just als die Dübendorfer spät in der entscheidenden Partie frischer, vifer und entschlossener wirkten, schlug Basel zu. Getragen von einem Torhüter, den die Aura eines Unbezwingbaren umgab. Dübendorf war sehr nahe dran – und hat von einem Moment auf den andern alles verloren.
Das ist sehr bitter – und schmerzhafter als das Halbfinal-Out gegen den späteren Aufsteiger Sierre im Vorjahr. Damals stand ein personell dezimierter EHCD einer Mannschaft gegenüber, die quasi auf dem Reissbrett für den Aufstieg entworfen wurde. Nun scheiterte Dübendorf erneut an einem Aufstiegskandidaten – aber diesmal denkbar knapp.
Das Out im Halbfinal kann man als Enttäuschung werten, zumal der EHCD als Qualifikations-Zweiter auf dem Papier für die Halbfinalserie einen Favoritenstatus inne hatte. Um lediglich einen Zähler hatten die Dübendorfer den Qualifikationssieg verpasst. Mehrfach hatten sie die Chance, Martigny zu überholen, nie nutzten sie einen Fehltritt des Leaders – der letzte Zwick fehlte. Vielleicht ist das in der Retrospektive der grösste Vorwurf, den sich die Dübendorfer gefallen lassen müssen. Der Qualifikationssieg hätte ihnen – auf dem Papier – deutlich einfachere Playoffgegner beschert.
Etwas mehr Präsenz im Slot, etwas weniger Verspieltheit hätten geholfen.

