2018 war für den EHC Wetzikon ein fast perfektes Jahr. Welcher Moment bleibt am stärksten haften?
Roger Keller: Das entscheidende Tor von Peter Hürlimann in der Verlängerung im Final gegen Sierre. So einen Moment hatte ich zuvor als Trainer noch nie erlebt. Da lag eine Anspannung in der Luft, die sich in diesem Moment löste. Anfang Saison hätten wir nie gedacht, dass wir so weit kommen könnten.
Sie haben mit dem EHCW alles erreicht. Gab es einen Moment, in dem Sie an neue Ziele dachten – allenfalls auch an einen Wechsel?
Nein, den gab es nie. Für mich war sehr schnell klar, dass ich nun das Ziel verfolgen möchte, den Titel zu verteidigen. Ich kannte diese Erfahrung bisher ja als Trainer noch nicht. Man hört nur, es werde nicht einfacher, man sei gesättigt. Daran zu arbeiten, das ist meine Motivation.
Wissen Sie eigentlich, wie viele Siege der EHCW im Jahr 2018 feierte?
Nein, ich habe sie nicht gezählt. Ich nehme ja Spiel für Spiel – und man kann auch vom siebten Rang aus Meister werden.
Es waren 37 in 43 Pflichtspielen. Das heisst im Umkehrschluss, dass Wetzikon nur sechs Spiele verlor.
Das ist schon eine beachtliche Bilanz. Ich erinnere mich gerade an die Niederlage in der Finalpoule gegen Zuchwil. Da funktionierte gar nichts, der Gegner war einfach besser. Oder jetzt im letzten Spiel in Bellinzona. Und an die Niederlage im Cup gegen Weinfelden letzte Saison. Da gab es einen Ruck durch das Team, danach hatten wir einen Steigerungslauf bis zum Titel.
Auch in dieser Saison scheiterte der EHCW im Cup früh.
Ja, die Niederlage gegen Uzwil schmerzte schon. Die Einstellung stimmte nicht. Es tut mir sehr leid, dass wir dem Klub das grosse Spiel gegen einen Profiklub nicht schenken konnten.

