Eishockey

Dübendorf will den Lakers Paroli bieten

Zum fünften Mal in Serie empfängt der EHC Dübendorf im Cup einen Klub aus der höchsten Liga. Der MSL-Meister wird am Mittwoch um 20 Uhr von Cupsieger Rapperswil gefordert.

Dübendorf will den Lakers Paroli bieten

Erst Kloten, dann Davos, die ZSC Lions, erneut Davos – und nun die Rapperswil-Jona Lakers: Der EHC Dübendorf hat unterdessen eine gewisse Routine, was Erstrundenmatches im Schweizer Cup anbelangt. Seit es die Neuauflage des Wettbewerbs gibt, qualifizierten sich die Glattaler stets für ein Duell mit einem «Grossen».

«Ja, es ist fast schon alltäglich für uns», sagt denn auch Captain Jann Falett. Bei sämtlichen Dübendorfer Cup-Auftritten war er mit von der Partie – und ist dank seinem Treffer im Penaltyschiessen gegen Erstligist Frauenfeld im entscheidenden Qualifikationsspiel letzten Februar auch verantwortlich dafür, dass diese Cup-Routine für den Klub weitergeht.

Die Qualifikation ist nicht einfach nur ein Zückerchen für den Klub – sie bringt bares Geld. 20’000 Franken beträgt allein die Startprämie im Sechzehntelfinal, dazu kommt je nach Zuschaueraufmarsch ein stattlicher Betrag an Einnahmen aus der Partie selber. Diesbezüglich ist der Trend in Dübendorf sinkend: 2558 Zuschauer waren 2015 beim sensationellen Sieg gegen Davos (5:4 n.V.) dabei, als es letztes Jahr zur Neuauflage des Duells kam, betrug die Zuschauerzahl noch 1864.

Schleppender Vorverkauf

Nun verlief der Vorverkauf für die Partie gegen die Lakers vergleichsweise schleppend, bis gestern wurden rund 1200 Tickets abgesetzt. Das kann mit einer gewissen Cup-Sättigung des Dübendorfer Stammpublikums zusammenhängen, aber auch mit mangelndem Interesse der Lakers-Anhänger oder mit dem Termin, der im Gegensatz zu anderen Jahren noch vor dem Saisonstart der National League angesetzt ist.

Die Ausgangslage bleibt ohnehin dieselbe wie immer, wenn Amateure auf Profis treffen. «Der Unterschied ist im Normalfall gross», sagt Trainer Reto Stirnimann. «Die Profis kommen in ganz anderer Verfassung nach Dübendorf als unsere Spieler, die den Tag durch noch arbeiten.» Was passiert, wenn eben nicht der «Normalfall» eintritt, erlebten die Dübendorfer vor drei Jahren mit dem Sieg gegen einen HC Davos, den dieser Wettbewerb offensichtlich nicht sonderlich interessierte und der seine besten Kräfte schonte.

«Die Profis kommen in ganz anderer Verfassung nach Dübendorf als unsere Spieler, die den Tag durch noch arbeiten.»
EHCD-Trainer Reto Stirnimann

Doch so etwas hat absoluten Seltenheitswert, das wissen sie in Dübendorf. Gerade, wenn der Gegner der Titelverteidiger ist. «Die Lakers dürfen sich nicht blamieren.», sagt Stirnimann. Er erwartet eine «Schlacht» sieht den Druck auf Seiten der Gäste und sagt, sein Team müsse «das Spiel einerseits geniessen, andererseits aber auch 60 Minuten lang kämpfen und sich wehren».

Nyffelers Heimatgefühle

Sicher ist: Die Lakers werden mit geladenen Batterien im «Chreis» auflaufen. «Es ist unser letztes Spiel vor dem Meisterschaftsstart, da wollen wir nichts dem Zufall überlassen», sagt Melvin Nyffeler. Den aus Volketswil stammenden Lakers-Keeper verbindet viel mit Dübendorf.

«Es ist unser letztes Spiel vor dem Meisterschaftsstart, da wollen wir nichts dem Zufall überlassen.»
Lakers-Goalie Melvin Nyffeler

Zwar spielte er – im Gegensatz zu seinem Vater – nie im EHCD-Dress, doch Dübendorf ist sein Bürgerort. «Es ist cool, dort zu spielen», sagt er. Und gerade die Tatsache, dass er selber und nicht ein Backup-Goalie zwischen den Pfosten stehen wird, zeigt, dass die Lakers den Cup ernst nehmen. «Alles andere wäre den kleineren Klubs gegenüber nicht fair.»

Und damit auch gegenüber all seinen Bekannten in der EHCD-Equipe. Am besten kennt er Stürmer Philip Beeler – und Torhüter Remo Trüb. «Er wird es uns schwer machen», sagt Nyffeler. Das gilt aus Dübendorfer Sicht für ihn genauso.

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