Wetzikon beisst sich am Schlusslicht lange Zeit die Zähne aus
Was für ein Knorz: Der EHC Wetzikon tut sich gegen den MHL-Tabellenletzten Pikes Oberthurgau enorm schwer und gewinnt hauchdünn.
Drei Punkte waren Pflicht, drei Punkte hat der EHC Wetzikon gewonnen. Er wurde am Mittwochabend vom punktelosen MHL-Schlusslicht Pikes Oberthurgau daheim aber mehr geplagt als ihm lieb war, ehe der 2:1-Sieg feststand. Zwei Drittel lang rannten die Wetziker erfolglos an und lagen 0:1 zurück, ehe Topskorer Gregory Bedolla mit zwei Toren für die Wende sorgte. Gemessen an den Spielanteilen war der Sieg verdient.
Der EHCW ging als klarer Favorit in diese Partie. Drei Spiele in Serie hatten die Oberländer zuletzt für sich entschieden. Die Pikes hingegen kannten nur ein einziges Gefühl – wie es ist, zu verlieren. Fünf Gegentore im Schnitt hatte der Tabellenletzte aus dem Thurgau bisher kassiert.
Überraschend war das Bild jedenfalls nicht, das sich bot. Das Heimteam war überwiegend in Scheibenbesitz, lancierte Angriff um Angriff und war bestrebt, den Gegner zu dominieren. Nur gelang dies den Wetzikern nicht wie erwünscht.
Zu Beginn wussten sich die Gäste gegen die druckvoll angreifenden Oberländer zwar nur mit unzähligen Befreiungsschlägen zu wehren. Und brachten selbst kaum eine vernünftige Offensivaktion zustande, die diesen Namen auch verdient hätte. Sie hatten schlicht keine Zeit für einen gepflegten Aufbau. Je länger die Pikes das 0:0 aber halten konnten, desto unpräziser wurden die Angriffe des Heimteams, dessen Geduld arg strapaziert wurde.
Es fehlen vorerst die Lösungen
Die Partie lief genau so, wie sich die Thurgauer wohl erhofft hatten. In der 21. Minute war der EHCW nach einem erfolglosen Powerplay in der Abwehr kurzzeitig unsortiert. Goalie William McNutt produzierte einen Abpraller und schon lag jenes Team im Rückstand, das das Spielgeschehen im Griff hatte.
Die glückhafte Führung gab den defensiv stabilen Gästen zusätzlich Sicherheit. In der Folge kamen sie nach Kontern zur einen oder anderen wirklich guten Chance. Mehr Spielanteile als zuvor hatten sie nicht. Die Wetziker bemühten sich derweil unermüdlich weiter, doch es blieb ein Krampf. Der EHCW fand vorerst keine Lösungen gegen die massierte Defensive. Er agierte zu harmlos und viele seiner Abschlüsse waren zu unpräzise, um den tadellosen Gästegoalie Jari Stacher aus dem Konzept zu bringen.
Lange Zeit blieb Gregory Bedollas starke Einzelaktion aus dem Startdrittel, die mit einem Pfostenschuss geendet hatte, der grösste Aufreger vor dem Thurgauer Tor. Der auffällig spielende Topskorer war es denn auch, der den Bann brach. Nach einem feinen Pass von Rubio Schir traf Bedolla in der 42. Minute zum 1:1.
Die Festung der Pikes fiel zwar nach dem ersten Gegentreffer nicht gleich wie ein Kartenhaus zusammen. Bis knapp vier Minuten vor Schluss blieb es beim 1:1, dem EHCW drohte nach jener am Samstag gegen Bülach bereits die nächste Verlängerung gegen einen Underdog. Doch so weit kam es nicht. In der 57. Minute zog Bedolla mit viel Tempo vors Tor und versenkte die Scheibe zum Wetziker Siegtreffer.
