«Dann kann es ausarten»: Ein Ex-Funktionär gibt Einblick in die Einteilung
Vor dem Saisonhighlight der Schwinger
Markus Spörri amtete über ein Dutzend Jahre lang als Einteilungskampfrichter. Der Fischenthaler sagt, worauf er schaute – und wann er sich Sprüche anhören musste.
Es gehört zum Sport, dass man über Sieger und Verlierer diskutiert. Im Schwingsport allerdings entbrennen die Debatten manchmal schon, bevor die ersten Athleten überhaupt den Sägemehlring betreten. Im Fall des Kilchberger Schwingets gar schon mehrere Tage vorher. Die Spitzenpaarungen für den Saisonhöhepunkt vom Samstag wurden am Mittwochabend bekannt gegeben – und das live im Fernsehen. In Boulevardmedien wurde vorher spekuliert, und seither wird kritisiert. Ist es wirklich sinnvoll, dass Schwingerkönig Armon Orlik schon zum Auftakt auf Topfavorit Fabian Staudenmann trifft? Hätte man Samuel Giger nicht einen härteren Brocken geben müssen, obwohl er zuletzt verletzt war? Solche Fragen werden theatralisch diskutiert, manche nehmen dabei kein Blatt vor den Mund.
Einer, der diesem Treiben bisweilen mit Kopfschütteln zuschaut, ist Markus Spörri. Der Fischenthaler holte in seiner bis 2010 dauernden Aktivzeit 43 Kränze und wurde erst 2021 von Fabian Kindlimann als erfolgreichster Athlet des Schwingklubs Zürcher Oberland überhaupt abgelöst.
Rekordverdächtig ist auch das, was er danach als Funktionär erreichte. Von 2012 bis 2025 war Spörri Technischer Leiter des Zürcher Kantonalverbands und wirkte in dieser Funktion an vielen Anlässen im Einteilungskampfgericht mit. Wie viele es genau waren, weiss er nicht. Zwischen 150 und 200, schätzt er und sagt: «Vermutlich bin ich derjenige, der schweizweit am meisten in der Einteilung war. Denn normalerweise ist man rund sieben Jahre im Amt.» Bei Spörri war es das Doppelte.

