Im Dorf anfangs nicht gerne gesehen
Jubiläum des Oberländer Fussballklubs
Ein Länderspiel im Barzloo, Gäste aus der Super League, eine Cup-Final-Qualifikation und der lange Weg zur modernen Infrastruktur – der FC Pfäffikon blickt auf 75 bewegte Jahre zurück.
«Time to shine, FCP», schreibt der FC Pfäffikon in seinem Flyer zum Jubiläum. Mit einem internen Nachwuchsturnier, dem Spiel der ersten Mannschaft gegen den Super-League-Absteiger Winterthur und einem sogenannten Match der Generationen feiert der Oberländer Verein diesen Samstag seinen 75. Geburtstag. Ein Blick zurück zeigt, welche Spuren der Klub hinterlassen hat.
Die Anfänge: Schwierige Suche nach einem Spielfeld
Die Wurzeln des Fussballs in Pfäffikon reichen weiter zurück als die offizielle Gründung des FC Pfäffikon. Bereits kurz nach 1900 entstanden erste Vereine. Eine solche Vereinigung bestand zwischen 1922 und 1925 und verfügte sogar über einen eigenen Platz vor dem Scheibenwall eines 300-Meter-Schiessstands.
Nur wenig später bildete sich ein weiterer Klub, der jedoch kein eigenes Spielfeld hatte und sämtliche Partien auswärts austragen musste. Aus diesem Verein ging 1935 der erste FC Pfäffikon hervor, der dem damaligen Schweizerischen Fussball- und Athletikverband angehörte. Sein Spielfeld lag im Seiler vor dem Brestbergwald, die jährliche Miete von 300 Franken stellte eine beträchtliche Belastung dar.
Am 28. Juni 1951 gründeten Fussballbegeisterte im Hotel Bahnhof den heutigen FC Pfäffikon. Einfach war die Situation auch danach nicht: Geeignete Spielfelder blieben rar, die Akzeptanz im Dorf überschaubar. Ein erster Platz nahe dem Witzberg stand dem FCP nur ein Jahr zur Verfügung – danach entzog die Besitzerin die Nutzung, nachdem sie erfahren hatte, dass darauf Fussball gespielt worden war.
Trainiert wurde in der Turnhalle Obermatt, wo die Spieler beim Abwart keinen einfachen Stand hatten. Ging irgendwo eine Scheibe zu Bruch, gerieten rasch FCP-Mitglieder unter Verdacht – und mussten die Kosten tragen. Selbst beim Duschen achteten sie darauf, nicht zu viel Wasser zu verbrauchen.
Frauenfussball: Als in Pfäffikon ein Länderspiel stattfand
Im April 1992 war das Barzloo Schauplatz eines Länderspiels: Vor 1100 Zuschauenden verlor das Schweizer Frauen-Nationalteam in der EM-Qualifikation gegen Belgien 0:1. Die Partie verschaffte dem Frauenfussball zusätzliche Aufmerksamkeit und passte zum FCP, der kurz zuvor eine Frauenabteilung gegründet hatte.
Sportlich machten die Pfäffikerinnen später selbst auf sich aufmerksam: Als Zweitligist erreichten sie 1999/2000 die Viertelfinals im Schweizer Cup, zwei Jahre später gelang erstmals der Aufstieg in die 1. Liga. Heute spielt das Team in der 3. Liga.
Bekannte Gegner: Der FCZ und Winterthur im Barzloo
Wenn das Pfäffiker Aufstiegsteam am Samstag um 15.30 Uhr im Rahmen der 75-Jahr-Feier auf die Profis des FC Winterthur trifft, ist das ein Höhepunkt – eine Premiere jedoch nicht. Der Jubiläumsgegner gastierte bereits 2022 im Barzloo. Damals führte mit Granit Lekaj ein ehemaliger FCP-Junior die Winterthurer als Captain aufs Feld.
1997 war auch der FC Zürich in Pfäffikon zu Gast. Der «Zürcher Oberländer» titelte damals nach dem 12:1-Torfestival: «Yekinis Show auf dem Barzloo». Der Stadtklub kehrte später noch zweimal zurück: 2010 für ein Testspiel gegen Aarau und vier Jahre später gegen Vaduz.

Nachwuchsarbeit: Eine Institution namens Juniorenlager
Was 1987 mit einem Herbstferienlager in Gstaad und rund 70 Junioren begann, entwickelte sich zu einer festen Tradition im Vereinsleben des FC Pfäffikon. Über mehr als drei Jahrzehnte organisierte und leitete Theo Widmer die Lager an verschiedenen Orten. Erst nach der 34. Durchführung im Jahr 2021 gab er die Hauptverantwortung ab.
Vom «Grümpi» bis zum Garderobenneubau
Der FC Pfäffikon wuchs nicht nur sportlich, sondern auch infrastrukturell. 1954 organisierte der junge Verein erstmals ein Grümpelturnier. Ein wichtiger Meilenstein folgte 1971/1972 mit der Eröffnung der neuen Sportanlage im Barzloo. Mit zwei Rasenplätzen und einem Garderobengebäude erhielt der FCP erstmals eine zeitgemässe Heimat.
Auch die Trainingsbedingungen verbesserten sich laufend: 1982 erfolgte der Spatenstich für einen Allwetter-Trainingsplatz, der bereits ein Jahr später eröffnet wurde. Im November 2011 ersetzte ein moderner Kunstrasen den Platz. Das Garderobengebäude wurde 1991 erweitert und den wachsenden Bedürfnissen angepasst.
Mit steigenden Mitgliederzahlen stiess die Infrastruktur erneut an ihre Grenzen. 2014 sorgte ein Garderobenprovisorium mit zwei zusätzlichen Kabinen vorübergehend für Entlastung. Anschliessend nahm der Verein gemeinsam mit der Gemeinde einen neuen Anlauf für einen umfassenden Neubau.
2022 weihte er das neue Garderobengebäude ein und feierte den Meilenstein mit einem grossen Festwochenende, zu dem auch das erwähnte Testspiel gegen Winterthur gehörte.

Sportliche Erfolge: Immer wieder zurück in die 2. Liga
Der erste Aufstieg in die 3. Liga gelang dem FC Pfäffikon in der Saison 1962/1963. Elf Jahre später folgte mit dem Sprung in die 2. Liga der nächste Meilenstein. In der Folge pendelte das Fanionteam mehrfach zwischen diesen beiden Spielklassen.
Für ein weiteres Ausrufezeichen sorgte der FCP 2006. Als Drittligist stiessen die Oberländer bis in den Final des damals noch jungen FVRZ-Cups vor. Im in Thalwil ausgetragenen Endspiel gegen Phönix Seen schien der Titel lange greifbar, ehe die Winterthurer in der Nachspielzeit ausglichen und sich anschliessend im Penaltyschiessen durchsetzten.
Der jüngste Höhepunkt folgte vor Wochenfrist mit dem Wiederaufstieg in die 2. Liga. Nach elf Jahren Wartezeit und mehreren knapp verpassten Chancen gelang dem FCP die ersehnte Rückkehr in die höhere Spielklasse.






