Darum sind die Aussichten getrübt
Schwierige Phase
Der Schwingklub Zürcher Oberland kämpft mit personellen Problemen. Am Zürcher Kantonalfest erfüllte er am Sonntag dennoch die Pflicht.
Ihm ist es am Zürcher Kantonalen einfach wohl
Das Zürcher Kantonalschwingfest scheint Nicola Funk ganz besonders zu liegen. Am Sonntag hat der für den Schwingklub Zürcher Oberland (SKZO) antretende Gibswiler seinen siebten Kranz an einem Zürcher Kantonalen gewonnen. Der 27-Jährige war beim von 5200 Zuschauerinnen und Zuschauern besuchten Fest in Mettmenstetten als Dritter zusammen mit dem punktgleichen Christian Lanter bestklassierter Zürcher. Eine einzige Niederlage kassierte Funk, allerdings eine mit Ansage. Er unterlag im vierten Gang dem Thurgauer Spitzenschwinger Samuel Giger, der das Fest letztlich zum dritten Mal für sich entschied.
Neben Funk sicherte sich mit Gian Maria Odermatt ein zweiter SKZO-Schwinger den Kranz. Der Ustermer wurde Sechster, hatte sich insgeheim aber wohl mehr erhofft. «Er hat die Pflicht erfüllt», fand SKZO-Präsident Daniel Spörri. Dieselbe Aussage kann man aufs gesamte Team anwenden, hatte Spörri im Vorfeld doch zwei Kränze als Ziel ausgegeben. Ein dritter Oberländer ist in der Rangliste ebenfalls weit vorne zu finden: Janos Bachmann. Der Wildberger, Mitglied im Schwingklub Winterthur, war als Fünfter einer der 27 Kranzgewinner.
Kindlimanns Ausfall reisst eine grosse Lücke ins Team
Der beste Oberländer Schwinger gehörte verletzungsbedingt am Zürcher Kantonalen vom Sonntag in Mettmenstetten zu den Abwesenden. Fabian Kindlimann fällt gar länger aus. Der 35-jährige Fischenthaler ist bei gutem Heilungsverlauf seiner Knieverletzung erst Ende Juli zurück im Sägemehl. Die Absenz des 59-fachen Kranzgewinners schwächt das Team des Schwingklubs Zürcher Oberland erheblich. Mit dem ebenfalls verletzten Turbenthaler Benjamin Nock (25) fehlt ein weiterer arrivierter Schwinger noch lange, sodass SKZO-Präsident Daniel Spörri sagt: «In dieser Konstellation dürfte es schwierig werden, an die Erfolge des letzten Jahrs anzuknüpfen.»

Wer soll anstelle Kindlimanns die Rolle des Zugpferds übernehmen? Spörri setzt auf Gian Maria Odermatt, der nach einer gelungenen Vorbereitung gut in die Saison startete. Der 21-jährige Ustermer hat in den letzten Monaten nicht nur geschwungen, sondern zusätzlich einige Judo-Wettkämpfe bestritten. «Das hat ihn vielseitiger gemacht», sagt der SKZO-Präsident über den Abstecher des jungen Schwingers. Neben dem jetzt achtfachen Kranzgewinner Odermatt gehören der am Zürcher Kantonalen verletzt fehlende Bubiker Arjuna Fuster und Nicola Funk aus Gibswil ebenfalls zu den etablierten SKZO-Schwingern. Der 18-jährige Fabio Eicher, der im Nachwuchs abräumte, hat letzte Saison bei den Aktiven Fuss gefasst. Am Sonntag war er auf gutem Weg zum ersten Kranz, liess die Chance aber ungenutzt verstreichen. «Fährt er auf diesem Niveau fort, ist es eine Frage der Zeit, bis er ihn holt», glaubt Spörri.
Beim Saisonhöhepunkt sind nur die Besten dabei
Nach dem Zürcher Kantonalen geht es Schlag auf Schlag weiter. Im Mai stehen zahlreiche der insgesamt 38 Kranzfeste auf dem Programm. Ende Juni folgt für die Oberländer dann mit dem NOS in Güttingen TG das wichtigste Teilverbandsfest. Ebenfalls dick eingetragen haben dürften sie den Bachtel-Schwinget in Hinwil am 1. August. Das wichtigste Fest des Jahrs findet rund einen Monat später statt – der im Sechs-Jahres-Rhythmus ausgetragene Kilchberg-Schwinget. An diesem waren 2021 mit Fabian Kindlimann und dem mittlerweile zurückgetretenen Roman Schnurrenberger zwei SKZO-Schwinger dabei. Es ist allerdings fraglich, ob es heuer überhaupt ein einziges SKZO-Mitglied ins Feld schafft.

60 Schwinger sind am Traditionsanlass vom 5. September zugelassen. Oder wie es auf der Website des Anlasses heisst: «Nur die Crème de la Crème qualifiziert sich für dieses exklusive Turnier». 16 Plätze stehen dem Nordostschweizer Teilverband (NOSV) zur Verfügung, dem viele Spitzenkräfte angehören. Schwingerkönig Armon Orlik beispielsweise. Und Samuel Giger sowie Damian Ott. Die zwei Ostschweizer gewannen zusammen mit dem Berner Fabian Staudenmann das letzte Kilchberg-Schwinget.
