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Springreiten im Buchholz

Warum an den Pferdesporttagen auch Autos mitmachen

Sie sind Publikumsmagnet und haben für Reiterinnen und Reiter einen hohen Stellenwert: Die Pferdesporttage Uster stehen an – und das müssen Sie darüber wissen.

Die Reitanlage in Uster: Die Pferdesporttage sind Jahr für Jahr ein Publikumsmagnet.

Foto: Fotografie Stuppia

Warum an den Pferdesporttagen auch Autos mitmachen

Springreiten im Buchholz

Sie sind Publikumsmagnet und haben für Reiterinnen und Reiter einen hohen Stellenwert: Die Pferdesporttage Uster stehen an – und das müssen Sie darüber wissen.

Das ist neu

Das Grundgerüst ist seit Jahren bewährt: Das erste Wochenende (1. bis 3. Mai) gehört den nationalen Prüfungen, das zweite den regionalen. Wobei das weniger mit der Herkunft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu tun hat, sondern mit der Lizenz und mit der Höhe der Hindernisse.

Kleine Anpassungen gab es an beiden Wochenenden. Zum Auftakt fällt etwas weg: Die Nachwuchsprüfungen, die Uster in den letzten beiden Jahren im Angebot hatte, werden nicht mehr durchgeführt. Grund dafür ist, dass gleichzeitig ein internationales Nachwuchsturnier stattfindet. «Da hätte es wenig Sinn gemacht», sagt Anja Hänni, die Präsidentin des RV Uster.

Neu im Programm ist hingegen am zweiten Wochenende eine Prüfung namens «Jump & Drive». Da sind Zweierteams am Start, die zwei Parcours absolvieren: Einen mit dem Pferd auf dem Rasen, einen im Auto auf dem Sandplatz. «Wir wollten am zweiten Wochenende auch den Plausch in den Vordergrund rücken», sagt Hänni.

Das steht sportlich im Fokus

Die schwierigste und wichtigste Prüfung des Turniers ist der Grosse Preis von Uster mit einer Hindernishöhe von 150 cm. Er steht am Sonntag um 14 Uhr auf dem Programm und bildet damit den Abschluss des ersten Wochenends. Die Prüfung gehört zur Longines Championship Series, die aus zehn Etappen besteht, an denen man Punkte für die Qualifikation zu den Schweizer Meisterschaften holen kann. Pius Schwizer gewann den GP in Uster im letzten Jahr, Steve Guerdat ein Jahr zuvor, Martin Fuchs vor drei Jahren – es sind bekannte Namen, die zeigen, wie hochklassig das Feld in Uster jeweils ist.

Das dürfte heuer nicht anders werden. Der Bietenholzer Fuchs gehört auf dem Buchholz quasi zum Inventar, die Pferdesporttage führt er im Turnierplan auf seiner Website, auf dem vorher und nachher je ein Fünf-Sterne-CSI steht, ein Turnier der höchsten internationalen Kategorie also. Auf der Meldeliste stehen Stand Sonntag acht Mitglieder des Schweizer Elitekaders – Fuchs aber noch nicht. Es dürften also noch mehr werden.

So wollen die Pferdesporttage «Nicht-Rösseler» anlocken

Natürlich in erster Linie mit dem Sport, denn RVU-Präsidentin Hänni findet: «Reitsport ist attraktiv für Zuschauer, unabhängig davon, ob man aus der Szene kommt oder nicht. Er ist verständlich, schnell und unterhaltsam.» Das mag stimmen – aber nur gerade auf die Anziehungskraft von über Hindernisse springenden Pferden wollen sich die Organisatoren dann doch nicht verlassen.

Darum haben sie etwa zum zweiten Mal in Serie die Stubete Gäng für ein Konzert am Donnerstagabend engagiert, und darum sind auch Showelemente fixer Bestandteil des Programms. Diesmal geht es am Sonntag vor dem GP um «Berittenes Bogenschiessen» – laut Hänni eine aufstrebende Disziplin, die nicht nur demonstriert, sondern auch erklärt wird.

Und was auch immer gerne genannt wird punkto Attraktivität fürs Publikum: das kulinarische Angebot in der Festwirtschaft. Hier gehören die Cordon bleus zu den Klassikern – und laut Hänni ist ihre Beliebtheit auch in Zeiten von einem breiter gewordenen vegetarischen Angebot ungebrochen. Was übrigens auch interessant ist: Nach der Corona-Pandemie, in der das Turnier zweimal ausfiel, wird laut den Organisatoren in der Festwirtschaft mehr konsumiert als zuvor.

Das bedeutet der Anlass für den Verein

Apropos Festwirtschaft: Sie ist neben dem Wetter auch ausschlaggebend dafür, wie viel der RVU mit den Pferdesporttagen verdient. Dieser Gewinn schwankt laut Hänni von Jahr zu Jahr stark. Läuft es gut, liegt ein tiefer bis mittlerer fünfstelliger Betrag drin. Doch manchmal freuen sich die Organisatoren nur schon, wenn bei einem Budget von rund einer Viertelmillion Franken eine schwarze Null herausschaut. «Wir sind froh, wenn wir Reserven bilden können, um den Unterhalt der Anlage zu finanzieren», sagt Hänni. «Ein, zwei gute Jahre helfen da schon extrem.»

Abhängig vom finanziellen Erfolg des Turniers ist der RVU aber nicht. Vor allem auch, weil er seine Anlage vermieten kann und darauf Grossanlässe wie etwa das Open-Air-Kino stattfinden. Für die Organisation der Pferdesporttage stehen deshalb nicht möglichst hohe Einnahmen im Vordergrund. «Wir wollen sie im Sinne des Sports machen können», sagt Hänni.

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