Hinwiler Audi-Rennstall hat Teamchef-Ersatz gefunden
Ein Schotte übernimmt
Jetzt ist klar, wer die Aufgaben des ehemaligen Teamchefs Jonathan Wheatley übernimmt. In Hinwil wird Allan McNish Renndirektor – und einen neuen Teamchef gibt es auch.
Eine Woche bevor die Formel-1-Saison mit dem GP von Miami weitergeht, hat das Hinwiler Audi-Team die Lücke nach dem Abgang von Teamchef Jonathan Wheatley gefüllt. Allan McNish übernimmt die neue Position des Renndirektors. Der 56-jährige Schotte wurde intern befördert, bisher leitete er das Nachwuchsförderprogramm des Teams und behält diese Aufgabe auch bei.
McNish bringt nicht nur viel Audi-Stallgeruch mit, sondern auch ein schönes Palmarès: Als Fahrer gewann er dreimal Le Mans (1998 mit Porsche, 2008 und 2013 mit Audi) und wurde 2012 und 2013 mit Audi Langstrecken-Weltmeister. Später war er vier Jahre lang Audi-Teamchef in der Formel E und feierte dabei einen Gesamtsieg.
Weniger erfolgreich ist seine bisherige Formel-1-Erfahrung. 2002 fuhr er eine Saison für das damals neue Toyota-Werksteam. Ein 7. Platz im zweiten Rennen war sein Bestergebnis.
Neuer Titel für Binotto
McNish tritt in Miami am nächsten Wochenende erstmals in seiner neuen Rolle in Erscheinung. Laut Medienmitteilung des Teams ist er für alles, was an der Rennstrecke passiert, verantwortlich. «Mein Fokus liegt darauf, sicherzustellen, dass alle Bereiche unserer Rennabläufe auf höchstem Wettbewerbsniveau arbeiten und sich kontinuierlich weiterentwickeln», wird McNish im Communiqué zitiert.
Klar ist auch: McNish ist direkt Mattia Binotto unterstellt, und nicht wie Ex-Teamchef Wheatley zuvor auf derselben Stufe angesiedelt wie der Italiener. Die Doppelspitze ist also wie erwartet Geschichte, Binotto hatte schon kurz nach Wheatleys Abgang gesagt, er suche nicht einen neuen Teamchef, sondern: «Ich brauche jemanden, der das Team an Rennwochenenden unterstützt.»
Einen neuen Teamchef gibt es aber – es ist Binotto selber. Hinter seinem Namen steht in der Medienmitteilung nämlich nicht mehr wie bisher das eher sperrige Konstrukt «Head of Audi F1 Project», sondern «CEO and Team Principal». Aus dem Projektleiter ist der Chef geworden.
